Schüpfen BE: 11,79 Millionen für die Schulanlage – Urne entscheidet
In Schüpfen BE entscheiden die Stimmberechtigten am 27. September 2026 über einen Investitionskredit von 11,79 Millionen Franken für die Schulanlage Dorf.

Die heutige Schulanlage der Unter- und Mittelstufe Dorf genügt den baulichen, betrieblichen und pädagogischen Anforderungen nur noch teilweise. Insbesondere das historische Sandsteingebäude und der Mitteltrakt, an welchem die Sporthalle angebaut ist, weisen einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Anforderungen an Brandschutz, Hindernisfreiheit, Erdbebensicherheit und Gebäudetechnik müssen erfüllt werden.
Auch der älteste Kindergarten auf dem Areal aus dem Jahr 1976 ist stark sanierungsbedürftig. Eine Sanierung wäre aufgrund des baulichen Zustands sowie der damit verbundenen Kosten nicht wirtschaftlich und würde die heutigen räumlichen und pädagogischen Anforderungen nur ungenügend erfüllen.
Der als Provisorium erstellte Werkpavillon an der Schulstrasse aus dem Jahr 1986 hat ebenfalls das Ende seiner Lebensdauer erreicht und soll ersetzt werden.
Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an den Schulbetrieb verändert. Der Lehrplan 21 erfordert mehr Möglichkeiten für Gruppenarbeiten, individuelles Lernen und flexible Unterrichtsformen. Auch die Tagesschule, welche seit ihrer Einführung in einem Regelklassenzimmer untergebracht ist, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen.
Während im Jahr 2022 beim Mittagessen rund 30 Kinder gleichzeitig betreut wurden, sind es heute bis zu 45 Kinder. Dank diesem Projekt werden bedarfsgerechte Räume für bis zu 75 Kinder zur Verfügung stehen.
Sanierung und zwei Ersatzneubauten
Das Projekt verbindet die gezielte Sanierung bestehender Gebäude mit zwei Neubauten und umfasst die folgenden Massnahmen:
Teilsanierung des denkmalgeschützten Sandsteingebäudes mit Verbesserungen bei Hindernisfreiheit, Brandschutz, Erdbebensicherheit und Gebäudetechnik. Im Weiteren sind Anpassungen der Raumstruktur, u.a. ist eine Vergrösserung des Arbeitsraums für die Lehrpersonen geplant.
Teilsanierung des Mitteltrakts / der Mittelstufe. Hier entsteht mittig ein neuer Treppenhauskern. Damit wird eine hindernisfreie Erschliessung des Schulareals ermöglicht und gleichzeitig werden damit die Anforderungen an Fluchtwege, Brandschutz und Erdbebensicherheit erfüllt.
Neubau eines dreifachen Kindergartens als Ersatz für den heutigen Kindergarten 1 (Bärenhöhle). Der Holzbau wird im Minergie-Standard erstellt und kann bei Bedarf später um eine Einheit (z.B. einem weiteren Kindergarten oder einem Klassenzimmer) erweitert werden.
Neubau für Werken und Tagesschule als Ersatz für den bestehenden Werkpavillon. Im Erdgeschoss werden die Räume für den Werkunterricht, im Obergeschoss die Räume der Tagesschule angeordnet.
Der Neubau wird im Minergie-Standard erstellt.
Aufwertung des Aussenraums zu einem naturnahen Pausen-, Spiel-, Lern- und Bewegungsraum mit Verbesserungen bei Sicherheit, Aufenthaltsqualität und Biodiversität.
Das Projekt wurde nach reiflichen konzeptionellen Überlegungen als Gesamtlösung entwickelt. Dadurch können die einzelnen Massnahmen aufeinander abgestimmt, die Kosten mittelfristig optimiert und der Schulbetrieb während der Bauzeit möglichst geordnet weitergeführt werden.
Umsetzung in drei Etappen
Die Realisierung ist über eine Richtzeit von rund drei Jahren vorgesehen.
In der ersten Etappe 2027/2028 werden der heutige Kindergarten 1 (Bärenhöhle) und der Werkpavillon abgebrochen und durch den neuen dreifachen Kindergarten sowie das Gebäude für Werken und Tagesschule ersetzt.
Die zweite Etappe 2029 umfasst die Teilsanierung des Mitteltrakts und den Bau des neuen Treppenhauskerns.
In der dritten Etappe 2030 wird das Sandsteingebäude gezielt saniert. Durch die Etappierung kann der Schulbetrieb während der Bauzeit weitergeführt und auf zusätzliche Containerprovisorien verzichtet werden.
Investition von 11,79 Millionen Franken
Der Kostenvoranschlag des Bauprojekts beläuft sich auf CHF 11,79 Millionen inklusive Mehrwertsteuer von 8.1%. Darin enthalten sind unter anderem CHF 688’000 für die Erdbebensicherheit, CHF 287’000 für Schadstoffsanierungen, CHF 253’000 für planerische Vorleistungen und CHF 696’000 als Reserve. Die Kostengenauigkeit des aktuellen Kostenvoranschlags liegt bei ±10 Prozent.
Die Investition ist gemäss Beurteilung des Gemeinderates aufgrund der aktuellen finanziellen Situation der Gemeinde tragbar. Die positiven Entwicklungen bei den Steuererträgen im Jahresabschluss 2025 führen nach heutiger Einschätzung dazu, dass für die Umsetzung des Projekts keine Anpassung des Steuersatzes notwendig ist. Die längerfristige Entwicklung hängt jedoch von der Gesamtheit der Investitionen und der Selbstfinanzierung der Gemeinde ab.
Investition in einen langfristig tragfähigen Schulstandort
Mit dem Projekt will der Gemeinderat die bestehenden Defizite nicht nur punktuell beheben, sondern die entsprechende Schulanlage gesamthaft und nachhaltig weiterentwickeln. Die geplanten Kapazitäten orientieren sich an der langfristigen Entwicklung. Bis 2035 wird von stabilen Schülerzahlen von rund 420 Schülerinnen und Schülern sowie 23 Klassen ausgegangen.
Der Gemeinderat beantragt den Stimmberechtigten deshalb, das Projekt «Schulraumplanung Unter- und Mittelstufe Dorf» anzunehmen und den erforderlichen Investitionskredit von CHF 11’790’000 inkl. MwSt. von 8.1% zu bewilligen.
Öffentliche Informationsveranstaltung
Der Gemeinderat informiert die Bevölkerung an einer öffentlichen Veranstaltung über das Projekt:
Dienstag, 8. September 2026, 19.00 Uhr
Kirchgemeindehaus Hofmatt, Schüpfen
Die Schüpfenerinnen und Schüpfener sind herzlich eingeladen, sich aus erster Hand über das Projekt und die Abstimmungsvorlage zu informieren.






