Wie die Gemeinde Kallnach berichtet, hat sie beschlossen, die Städtepartnerschaft mit den Gemeinden Dolni Bukovsko und Nisovice per Ende 2022 aufzuheben.
Händedruck
Ein Händedruck gilt als Symbol einer festen Abmachung. - Pixabay

Im Nachgang zum Fall des «Eisernen Vorhangs» im Jahr 1989 lancierte der Kanton Bern im Jahr 1991 eine Initiative zur Unterstützung von Gemeinden in der Region Südböhmen in der Tschechischen Republik. Im Vordergrund stand damals die Idee, den tschechischen Gemeinden die Organisation und das Funktionieren von Gemeinden in der Schweiz als mögliche Vorbilder näherzubringen.

Zudem sollte unter anderem in den Bereichen Raumentwicklung, Naturschutz und Verkehrsplanung Unterstützung geboten werden. In diesem Zusammenhang wurden in den 1990er-Jahren viele Gemeindepartnerschaften zwischen bernischen Gemeinden und Gemeinden in Südböhmen begründet, so auch die Partnerschaften zwischen Kallnach und Niederried mit Dolni Bukovsko und Nisovice.

Da sich die politische und wirtschaftliche Situation in der Tschechischen Republik auch aufgrund des Beitritts zur EU im Jahr 2004 sehr schnell positiv entwickelte, beendete der Kanton Bern im Jahr 2010 das Projekt zur Unterstützung von Gemeinden in Südböhmen.

Keine Nachhaltigkeit auf behördlicher Ebene vorhanden

Kallnach und Niederried nahmen die Umsetzung der Gemeindepartnerschaften ähnlich wahr. Die Partnerschaften konzentrierten sich vor allem auf Besuche von Delegationen aus den tschechischen Gemeinden bei uns und umgekehrt. Zuletzt fanden die Besuche in einem Rhythmus von circa zwei Jahren statt. Dabei sind zwischen Familien aus den Gemeinden Freundschaften entstanden.

Die Reisen der Delegation aus Kallnach und Niederried nach Tschechien wurden jeweils aus dem Kulturbudget der Gemeinde unterstützt. Auf Ebene der Behörden jedoch wurde das Projekt nie mit konkreten nachhaltigen Inhalten ausgefüllt. So ist die Partnerschaft weder auf der Webseite von Kallnach, noch auf den Webseiten der tschechischen Gemeinden ein Thema.

Nach der Auflösung der Tschechoslowakei wird die Tschechische Republik nächstes Jahr ihr erfolgreiches, dreissigjähriges Bestehen feiern können. Dieses Jubiläum ist der ideale Zeitpunkt, um die bisherigen Gemeindepartnerschaften in dieser Form zu überdenken.

Abschluss der Gemeindepartnerschaften

So hat der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 22. März 2022 beschlossen, die Partnerschaften mit den tschechischen Gemeinden Dolni Bukovsko und Nisovice per Ende 2022 offiziell zu beenden. Das bedeutet nicht, dass damit die Kontakte zwischen Familien bei uns und in den tschechischen Gemeinden abbrechen werden.

Es bedeutet lediglich, dass ab 2023 alle finanziellen und organisatorischen Belange zum Erhalt der Freundschaften in private Hände gelegt werden. Diese Freundschaften sollen weiterhin möglich sein und gepflegt werden. Für Kontakte mit Leuten in Dolni Bukovsko war über viele Jahre hinweg Ursula von Bergen, für Nisovice Ernst Müller zuständig. Neu ist Urs Möckli die Ansprechperson für Dolni Bukovsko und Susanne Wanner hat sich als Kontakt für Nisovice zur Verfügung gestellt.

Die Gemeinde Kallnach hat die tschechischen Gemeinden Dolni Bukovsko und Nisovice per Brief über den Abschluss der Gemeindepartnerschaften informiert.

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