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    Uni Luzern: Studie belegt Probleme bei Corona-Kommunikation

    Universität Luzern
    Universität Luzern

    Luzern,

    Wie die Uni Luzern meldet, zeigt die Studie die Hürden in der Kommunikation der Gesundheitsämter und wie sich die Ämter für die nächste Pandemie wappnen sollen.

    Der Pausenplatz von der Universität und der Pädagogischen Hochschule in der Stadt Luzern.
    Der Pausenplatz von der Universität und der Pädagogischen Hochschule in der Stadt Luzern. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

    Die Forschenden haben 25 Personen aus Schweizer Gesundheitsämtern befragt, mit welchen Hindernissen sie bei der COVID-19-Kommunikation mit der Öffentlichkeit konfrontiert waren.

    Dabei handelte es sich um Mitarbeitende von kantonalen Gesundheitsämtern und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), die in den ersten beiden Corona-Wellen 2020 und 2021 Kommunikationsrollen innehatten.

    Die Studie ist Teil eines vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Forschungsprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Sara Rubinelli und Dr. Nicola Diviani, welches wichtige Erkenntnisse für die Kommunikation in zukünftigen Gesundheitskrisen liefern soll.

    Träge Verwaltung als Hindernis

    Die grössten Schwierigkeiten bereitete den Behörden gemäss der Studie die Tatsache, dass zu wenig Erfahrung und Fähigkeiten vorhanden waren, um im Krisenfall schnell und effektiv mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

    In Sachen Krisenkommunikation und im Umgang mit Social Media seien die grössten Wissenslücken vorhanden gewesen.

    Ausserdem sei auch ausgebildetes Kommunikationspersonal oft nicht erfahren genug gewesen, um andauernd, schnell und präzise gleichzeitig zu kommunizieren.

    Eine weitere Belastung für die Gesundheitsämter war gemäss den Forschenden, dass schlicht zu wenig Personal vorhanden war, um mit dem massiv gestiegenen Informationsbedürfnis der Bevölkerung umzugehen.

    Erschwerung durch vorgeschriebene Prozesse

    Eine Hürde in der Kommunikation waren zudem starre Verwaltungsstrukturen.

    Diese liessen einerseits nicht zu, dass benötigte Ressourcen wie Geld und Personal umverteilt wurden.

    Andererseits erschwerten festgeschriebene Prozesse, dass kreative und flexible Ansätze in der Kommunikation ausprobiert werden konnten.

    Solche Versuche hätten gemäss den Forschenden wichtige Erkenntnisse über wirksame Kommunikationsstrategien in der Krise liefern können.

    Komplexität der wissenschaftlichen Lage

    Neben internen Hürden erschwerten auch gesellschaftliche Faktoren eine effektive Krisenkommunikation der Behörden.

    Eine grosse Herausforderung für die Gesundheitsämter stellte die Komplexität der wissenschaftlichen Lage rund um Covid-19 dar.

    Verwaltungen mussten unsichere und vorübergehende wissenschaftliche Erkenntnisse in eindeutigen Botschaften an die Öffentlichkeit tragen.

    Der Umgang mit Fake News

    Das von den Befragten als gering empfundene oder abnehmende Vertrauen der Öffentlichkeit in Wissenschaft und Institutionen war eine zusätzliche Schwierigkeit.

    Die rasante Verbreitung von Halbwahrheiten und Fake News über Social Media trugen ebenfalls zu den Kommunikationsschwierigkeiten der Gesundheitsämter bei.

    Was für die nächste Krise wichtig ist

    Um die Gesundheitskommunikation der Behörden für künftige Krisen besser vorzubereiten, bräuchte es mehr spezifische Ausbildungen und zusätzliches Kommunikationspersonal, so die Autoren der Studie.

    Das reiche allerdings nicht. Es brauche einen Kulturwandel.

    Alle, die an der Kommunikationsplanung beteiligt seien, müssten sich der zentralen Rolle der Kommunikation im Gesundheitsbereich bewusst werden.

    Nur so könne die Wirksamkeit der Gesundheitskommunikation für kommende Krisen gewährleistet werden.

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