Stadt Luzern

    Kanton Luzern: Giftiger Stechapfel breitet sich stärker aus als gedacht

    Der Gemeine Stechapfel ist im Kanton Luzern verbreiteter als bisher angenommen. Alle Teile der Pflanze sind giftig – das BBZ Hohenrain bittet um Meldungen.

    Kanton Luzern
    Alle Teile des Gemeinen Stechapfels sind giftig, besonders Samen und Wurzeln. - zVg

    Mit dem Infoletter Pflanzenschutz Feldbau orientieren wir Sie über Aktuelles zu Pflanzenschutz und Kulturführung aus den Bereichen Ackerbau, Futterbau und Problempflanzen/Neophyten.

    Neophyten/Problempflanzen

    Der Gemeine Stechapfel (Datura stramonium) ist eine wärmeliebende, einjährige Pflanze. Der Neophyt stammt ursprünglich aus Amerika. Gemäss unserer bisherigen Einschätzung war er im Kanton Luzern nur vereinzelt anzutreffen.

    Medienberichte und Befallsmeldungen der letzten Tage zeigen jedoch, dass die Pflanze in gewissen Regionen weiterverbreitet ist als bisher angenommen. Die warme Witterung in diesem Jahr könnte die Entwicklung zusätzlich begünstigt haben.

    Alle Pflanzenteile, besonders die Samen und Wurzeln, vom Gemeinen Stechapfels sind giftig. Die Pflanze enthält natürliche Giftstoffe, sogenannte Tropanalkaloide. Bereits geringe Mengen dieser Substanzen können schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben, da sie unter anderem das zentrale Nervensystem sowie die Herz- und Atemfunktion beeinträchtigen.

    Tropanalkaloide kommen in verschiedenen Pflanzenfamilien vor. In Mitteleuropa sind vor allem Nachtschattengewächse wie Stechapfel, Tollkirsche und Bilsenkraut von Bedeutung. Eine Vergiftung mit Stechapfel kann lebensbedrohlich sein.

    Bereits die Aufnahme weniger Samen kann beim Menschen schwere Vergiftungserscheinungen auslösen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Auch eine Verunreinigung von Erntegut und Futtermitteln muss deshalb unbedingt verhindert werden.

    Die Pflanzen sind möglichst vor der Samenreife mitsamt der Wurzel zu entfernen. Die Samen können über Jahrzehnte keimfähig bleiben und damit langfristig zu einem Problem werden. Befallene Flächen sollten auch in den Folgejahren aufmerksam überwacht werden.

    Beim Entfernen der Pflanzen sind Handschuhe und lange Ärmel zu tragen, um den Kontakt mit der Haut zu vermeiden. Die Entsorgung erfolgt über den Kehricht oder mittels Neophytensäcken.

    Um einen besseren Überblick über die Verbreitung des Gemeinen Stechapfels im Kanton Luzern zu erhalten, bitten wir Sie, uns einen Befall auf Ihrem Betrieb zu melden. Meldungen können direkt gesendet werden.

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