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Helden im Einsatz: Die Feuerwehr Langenthal

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Die 105 Mitglieder der Feuerwehr Langenthal sorgen täglich für Sicherheit, leisten technische Hilfe und retten Menschen und Tiere – Einsätze mit Herzblut.

Die Marktgasse in Langenthal.
Die Marktgasse in Langenthal. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Stadt Langenthal berichtget, gehen die Aufgaben der Feuerwehr weit über das klassische Feuerlöschen hinaus. Im vergangenen Jahr rückte sie zu 241 Einsätzen aus – von Öl- und Chemieunfällen über Traghilfen für den Rettungsdienst bis zu Lift- und Türöffnungen oder Wasser- und Elementarschadensbekämpfung.

Auch aussergewöhnliche Einsätze gehören dazu, etwa die Rettung von elf Kühen in den «Bschüttlöchern». Als A-Stützpunkt im Kanton Bern übernimmt die Feuerwehr Langenthal anspruchsvolle Spezialaufgaben und wird regelmässig im gesamten Oberaargau zur Unterstützung beigezogen.

Sie verfügt über moderne Spezialausrüstung und speziell ausgebildete Einsatzkräfte. Trotz Milizsystem arbeitet die Feuerwehr Langenthal mit der Professionalität einer Berufsfeuerwehr – mit vergleichbarer Ausbildung, Technik und Leistungsfähigkeit.

Zwischen Verwaltung und Einsatzrealität

Hinter jedem Einsatz der Feuerwehr Langenthal stehen Menschen, die oft abseits der Sirenen wirken. Einer von ihnen ist Christian Lehmann, Leiter des Fachbereichs Zivilschutz, Feuerwehr und Quartieramt.

Als Bindeglied zwischen Verwaltung und Feuerwehr schafft er die notwendigen Rahmenbedingungen, damit im Feuerwehrmagazin und darüber hinaus alles reibungslos funktioniert. Operativ rückt er nicht aus, bringt aber seine Erfahrung aus der Feuerwehr Huttwil ein und kennt die Abläufe aus erster Hand.

Was ihn antreibt, ist der Gedanke, etwas für die Gemeinde zu leisten. «Feuerwehr ist nie alltäglich», sagt er. «Es gibt keinen Einsatz, den es nicht gibt.» Vom Ring, der nicht mehr vom Finger will, bis zu komplexen Rettungsaktionen – entscheidend sei, in jeder Situation ruhig und überlegt zu handeln.

Teamgeist, Motivation und Verantwortung

Christian Giesser, Kommandant, ist fachlich das Oberhaupt der Feuerwehr. Er trägt die Verantwortung für Ausbildung, Einsätze und die Aufsicht über die Einsatzkräfte und sorgt dafür, dass die Teams jederzeit bereit sind.

Gemeinsam halten sie die Feuerwehr Langenthal am Laufen. Sie koordinieren Personal und Abläufe und gewährleisten, dass die Feuerwehr für die Stadt jederzeit einsatzbereit ist.

Alle 105 Feuerwehrleute arbeiten nach dem Milizprinzip und rücken direkt aus Beruf oder Familie aus. Der Zusammenhalt im Team ist zentral.

Die Motivation von Christian Giesser ist von Beginn an geblieben: «Mit 21 Jahren war ich stolz, Teil davon zu sein. Heute motivieren mich der kollegiale Umgang sowie das gemeinsame Planen und Helfen.»

Einsatzbereitschaft in Sekunden

Einsätze schweissen zusammen, Freundschaften entstehen, und jede und jeder trägt Verantwortung für die Sicherheit der Stadt. Nach belastenden Einsätzen gehören interne Nachbesprechungen selbstverständlich dazu.

Bei Bedarf kann zusätzlich ein externes Careteam zur psychologischen Unterstützung beigezogen. Ein Notruf bei 118 setzt eine präzise eingespielte Kette in Gang: Die Notfallzentrale in Bern nimmt den Anruf entgegen, ordnet die Lage ein und leitet die Informationen weiter.

Die Zentrale alarmiert die Teams der Feuerwehr Langenthal über Pager, SMS und Telefon. In kurzen Kompetenzgesprächen zwischen Zentrale und Einsatzleitenden verteilt sie die Aufgaben: der diensthabende Einsatzleiter rückt mit dem Pikettfahrzeug direkt zum Einsatzort aus, während die übrigen Einsatzkräfte über das Feuerwehrmagazin ausrücken.

Zukunft der Feuerwehr

Die Ausbildung ist intensiv: Mehrmals pro Woche trainieren verschiedene Teams, ergänzt durch Kurse des Gebäudeversicherung Bern (GVB), Spezialausbildungen und medizinische Kontrollen. Klare Hierarchien sorgen dafür, dass alle wissen, was zu tun ist.

Ruhe, Flexibilität und strukturierte Abläufe entscheiden im Einsatz. Giesser erinnert sich besonders an den Brand der Kalteherberge, bei dem er als junger Atemschutzträger eine tote Frau fand, und an den Grossbrand beim Gugelmann – Erlebnisse, die bleiben.

Die Feuerwehr Langenthal wird vor allem durch Feuerwehr-Ersatzabgaben finanziert. Für Sach- und Dienstleistungen sorgen zusätzlich die Betriebsbeiträge und Gebühren der GVB.

Damit sind die Kernaufgaben – Brandbekämpfung, Personenrettung und technische Hilfe – abgesichert. Für Spezialleistungen wie Ölunfälle oder Tierrettungen werden die Kosten zusätzlich separat verrechnet.

Rolle der Bevölkerung

Die grössten Herausforderungen der Feuerwehr Langenthal bleiben die Rekrutierung neuer Mitglieder und die Sicherstellung der Tagesverfügbarkeit. Nachwuchs bringt die Jugendfeuerwehr, während moderne Technik und eine gut organisierte Struktur Zuversicht geben.

Auch die Bevölkerung kann einen Beitrag leisten – sei es durch Prävention, Interesse oder eigenes Engagement als Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann. Wer zwischen 18 und 52 Jahren alt und körperlich fit ist, kann aktives Mitglied werden.

Alle übrigen können die Feuerwehr begleiten und kennenlernen – über Social Media oder Anlässe wie den Tag der offenen Tür.

Wenn Leidenschaft brennt

Die Feuerwehr Langenthal ist weit mehr als ein Flammenlöscher. Sie ist Lebensretterin, Alleskönnerin und ein fester Teil der städtischen Infrastruktur. Wer sie einmal im Einsatz erlebt, weiss: Hier brennt nicht nur das Feuer – hier brennt auch die Leidenschaft der Menschen dahinter.

Wer diese Kameradschaft erleben möchte, findet bei der Feuerwehr schnell Anschluss. Der Dienst an der Gemeinschaft verlangt jedoch Zeit, Engagement und manchmal auch Mut.

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