Feuerwehr

Externe Untersuchung bemängelt Führung bei Bieler Feuerwehr

Keine Rechtswidrigkeiten, aber Mängel bei der Führung und in der Kommunikation: Zu diesem Schluss kommt ein externes Gutachten zur Bieler Feuerwehr, das die Stadtbehörden nach Kritik am Kommandanten im vergangenen Sommer in Auftrag gegeben hatten.

Die für Soziales und Sicherheit zuständige Bieler Gemeinderätin Natasha Pittet will mit verschiedenen Massnahmen das Vertrauen innerhalb der Dienststelle Feuerwehr und Zivilschutz wi...
Die für Soziales und Sicherheit zuständige Bieler Gemeinderätin Natasha Pittet will mit verschiedenen Massnahmen das Vertrauen innerhalb der Dienststelle Feuerwehr und Zivilschutz wi... - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Der Feuerwehrkommandant und Leiter der Dienststelle Feuerwehr und Zivilschutz wird nun von der Stadt eine Ermahnung erhalten, wie die zuständige Gemeinderätin Natasha Pittet (FDP) am Freitag vor den Medien ausführte.

Führungs- und Kommunikationscoachings sollen eine Verbesserung der Situation bringen, ebenso die Überprüfung interner Weisungen. Ausserdem will die Stadt die seit geraumer Zeit laufenden Reorganisations- und Ausbauarbeiten bei Feuerwehr und Zivilschutz weiterführen.

Der Konflikt in der Feuerwehr schwelt offenbar seit geraumer Zeit. Es habe diesbezüglich auch Gespräche gegeben, betonte André Glauser, Leiter der Abteilung öffentliche Sicherheit der Stadt Biel am Medienanlass.

Entzündet hatte sich der Konflikt unter anderem an einem grösseren Struktur- und Reorganisationsprojekt. Auch am Kommandanten schieden sich in der Folge die Geister und es bildeten sich zwei Lager.

Im Sommer 2025 erhoben Mitglieder der Berufsfeuerwehr via Gewerkschaft Vorwürfe gegen den Kommandanten. Kritisiert wurde schwergewichtig sein Umgang mit den Mitarbeitenden. Die Stadt leitete eine externe Administrativuntersuchung ein.

Zahlreiche Vorwürfe hätten nicht erhärtet werden können, betonte Anwalt Michael Daphinoff, der die externe Untersuchung führte. Rechtsverstösse oder finanzielles Missmanagement habe er keine gefunden.

Hingegen ortet der Bericht Führungs- und Kommunikationsmängel beim Kommandanten und bei Teilen des Kaders. «Wir konnten feststellen, dass der Kommandant eine blockierende Haltung einnahm in Bezug auf das angestossene Reorganisierungsprojekt.»

Die vielen, zum Teil sehr persönlichen Vorwürfe an die Adresse des Kommandanten hätten zu eine Polarisierung des Teams geführt. Es gebe zudem Hinweise, dass manche Mitarbeitende gezielt nach belastendem Material gegen den Kommandanten gesucht hätten, um die Rückkehr des beurlaubten Chefs zu verhindern.

Von einer Mobbing-Situation wollte Daphinoff nicht sprechen. Eine solche könnte aber entstehen, wenn sich die Lage nicht verbessere. Es brauche Massnahmen, um die erhebliche Konfliktbelastung im Team zu bearbeiten.

Der Bericht stellt indes auch klare Führungs- und Kommunikationsschwächen beim Kommandanten und Teilen des Kaders namentlich beim Konflikt- und Erwartungsmanagement fest. Dass die aufgeladene Situation nicht habe beruhigt werden können, sei dem Kommandanten anzulasten.

Einer der zentralen Vorwürfe gegen den Kommandanten betraf die lohnrelevanten Beurteilungen der Mitarbeitenden. Der Kommandant habe über die Köpfe der Direktvorgesetzten hinweg eigene Bewertungen gemacht, wie kritisiert wurde. Gegen Personalrecht verstossen habe der Kommandant nicht, aber er habe zu wenig Sensibilität an den Tag gelegt, so dass der Eindruck von Willkür entstanden sei.

Belastend dürfte für das Team auch die lange Zeitspanne sein, über die sich der Reorganisationsprozess dahinzieht. Unter anderem geht es dabei auch um eine modernere Kaserne mit besseren Schlafräumen. Dies könne man nicht einer bestimmten Person anlasten, denn Verwaltungsabläufe bedürften einer gewissen Zeit, sagte Glauser.

Dasselbe gelte für den politischen Prozess, die Stadt müsse ihre Finanzen sanieren, doppelte Pittet nach. Dies alles führe zu Reibungsflächen. Und es werde noch schwieriger, wenn es im Kommando Schwächen bei Kommunikation und Führung gebe.

Sie hoffe, dass die externe Untersuchung und die Massnahmen nun wieder Ruhe ins Team bringen könnten, sagte Pittet. Es sei wichtig gewesen, dass alle Mitarbeitenden der Berufsfeuerwehr befragt worden seien und man ihnen zugehört habe. Die Stadt will den Reorganisationsprozess mit Nachdruck weiterführen, wie Pittet festhielt.

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