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Wabern BE: Stiftung soll historische Brauereiwirtschaft retten

Gemeinde Köniz
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Die Gemeinde Köniz will die denkmalgeschützte Brauereiwirtschaft in Wabern BE kaufen und im Baurecht an eine neue Stiftung abgeben.

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Wabern BE: Stiftung soll historische Brauereiwirtschaft retten (Symbolbild) - Fabian Trees

Die ehemalige Brauereiwirtschaft an der Dorfstrasse gehört zum historischen Ortskern von Wabern und prägt das Ortsbild seit Generationen. Eine Stiftung soll das denkmalgeschützte Ensemble erhalten und ein lebendiges Dorfzentrum mit vielfältiger Nutzung ermöglichen. Die Gemeinde Köniz will die Voraussetzungen schaffen, indem sie die Liegenschaft erwirbt und im Baurecht an die Stiftung abgibt sowie einen Einschuss ins Stiftungskapital leistet.

Die ehemalige Brauereiwirtschaft der Gurtenbrauerei an der Dorfstrasse 22–24 ist Bestandteil des historischen Ortskerns von Wabern. Das Gebäude wurde zwischen 1850 und 1874 erbaut und ist als schützenswertes K-Objekt im Schweizer Bauinventar erfasst. Der originale Theatersaal war jahrzehntelang der gesellschaftliche Mittelpunkt von Wabern, ein Ort für Vereine, Kultur und Begegnung.

Seit 2013 wird das Gebäude von der Kulturinstitution «Heitere Fahne» genutzt, einem inklusiven Kultur- und Begegnungsort von regionaler Bedeutung.

«Wir wollen im historischen Zentrum von Wabern eine qualitätsvolle Entwicklung ermöglichen», sagt Gemeindepräsidentin Tanja Bauer. «Die Brauereiwirtschaft soll Raum bieten für gesellschaftliche Aktivitäten und gemeinsames Erleben.»

Die Liegenschaft ist aktuell in einem schlechten Zustand. Dringende Sanierungen wurden vernachlässigt (Dach, Terrasse, Statik). Ohne eine grundlegende Sanierung ist eine künftige Nutzung stark gefährdet.

«Wir möchten im Zentrum von Wabern einen attraktiven, offen und lebendigen Ort erhalten und weiterentwickeln. Eine Voraussetzung dafür ist eine langfristige Lösung für die gesamte Liegenschaft, die sowohl öffentliche als auch gemeinnützige Nutzungen ermöglicht», so Gemeinderat Thomas Marti, zuständig für die Abteilung Immobilien.

Das Projekt: Begegnung Ortskern Wabern

Für die Umsetzung dieser generationenübergreifenden Vision setzt sich die zukünftige Stiftung «Begegnung Ortskern Wabern», kurz BOW, engagiert ein. Die Gemeinde erwirbt die Liegenschaften und gibt sie der Stiftung im Baurecht ab. Zusätzlich stellt Köniz finanzielle Mittel zur Verfügung in Form eines Einschusses in das Stiftungskapital.

Die Gemeinde wird ihre Anliegen durch Vertretungen im Stiftungsrat einbringen.

Mit dem Theatersaal, dem Restaurant, verschiedenen Gewerberäumen und Wohnungen hat die Liegenschaft unterschiedliche Gebäudeteile. Eine stabile und starke Trägerschaft wie die geplante gemischte, öffentliche und gemeinnützige Stiftung ist die beste Lösung für die Bewirtschaftung und die angestrebte vielfältige Nutzung. Dazu gehören Veranstaltungen, Räume für Vereine und Begegnung, Bibliothek, Mittagstisch und Tagesbetreuung, Café und Restaurant, Wohnen.

Die Gemeinde definiert als Stifterin die Stiftungstätigkeit und den Zweck. Damit kann sichergestellt werden, dass die (sozio-)kulturellen und gemeinnützigen Aktivitäten langfristig zugunsten der Könizerinnen und Könizer und der breiten Öffentlichkeit gesichert sind. Dazu gehört nicht zuletzt die Kulturinstitution «Heitere Fahne» mit ihrem sozialen Engagement und kulturellem Programm.

Aktuell wird das Geschäft zuhanden des Parlaments ausgearbeitet. Sagt das Parlament Ja, werden die Stimmberechtigten über die Gründung der Stiftung und den Erwerb der Liegenschaft abstimmen können.

Geschichte weitererzählen

Die ehemalige Brauereiwirtschaft an der Dorfstrasse war das Gasthaus der nahegelegenen Gurtenbrauerei, das Gesicht zur Strasse hin. Während auf dem Gurten-Areal gebraut wurde, war die Baurereiwirtschaft ein wichtiger Treffpunkt. Man feierte, diskutierte und pflegte das Miteinander.

Die Brauereiwirtschaft in Wabern war ein weitherum bekannter und beliebter Ort für Versammlungen, Feste, Theater- und Tanzabende und Konzerte. Vor allem die Waberer Vereine nutzten den Saal regelmässig und häufig. Seit 2013 belebt das Kollektiv Heitere Fahne die ehemalige Brauereiwirtschaft als inklusiven Kulturort.

Die Vision der Stiftung BOW (Begegnung Ortskern Wabern) knüpft an diese Tradition an. Das Gebäudeensemble soll wieder die Rolle spielen, die es über Jahrzehnte hinweg innehatte: ein lebendiger Treffpunkt im Herzen von Wabern.

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