Basejumper: Fallschirm falsch eingestellt – Rücken doppelt gebrochen
Am Muttertag reichte eine kleine Unaufmerksamkeit: Daniel Klebers Fallschirm öffnete sich zu spät und stellte ihn damit vor eine längere Genesungsreise.

Das Wichtigste in Kürze
- Daniel Kleber aus Berneck hat bisher 1300 Sprünge gemacht.
- Am Muttertag ging ein Sprung wegen des falsch eingestellten Fallschirms schief.
- Das Resultat: Mehrere Bänderrisse, gebrochenes Sprunggelenk und ein doppelt gebrochener Rücken.
- Trotz allem will er mit dem Basejumpen voraussichtlich im Frühling wieder starten.
Daniel Kleber aus Berneck liebt Adrenalin. Zu seinem Hobby kam er vor fünf Jahren jedoch recht zufällig. «Meine zwei guten Freunde und ich trafen uns an einem Freitag. An diesem Tag zeigte einer meiner Freunde auf Youtube Videos von Skydivern», erinnert sich der 29-Jährige.
«So kam die Frage auf, ob ich bei einem Sprung auch dabei wäre.» Zu dritt belegten sie dann den Kurs in AFF (Accelerated Freefall – dt. beschleunigter Freifall) und holten sich anschliessend die Lizenz zum Skydiven.
So sprang er ab 2021 immer wieder mit dem Fallschirm aus Flugzeugen und widmete sich eine Zeit lang dem Skydiving.
«Drei Jahre später entdeckte ich dann das Basejumpen. Ich wollte unbedingt mal mit der Wingsuit den Berg hinunter. Wartete jedoch noch ein, zwei Jahre damit und sammelte Erfahrung, bevor ich meinen ersten Sprung wagte», so Daniel Kleber und ergänzt: «Ein Bekannter von mir hatte Kontakt zu einem Kursleiter in Kroatien, wo wir dann mehrere Kurse belegten.»

So fanden sich beispielsweise in Lauterbrunnen, Liechtenstein und auch dem Rheintal zahlreiche Spots, die Daniel Kleber für seine Sprünge nutzen konnte.
«Basejumpen ist in der Regel in der ganzen Schweiz legal. Es gibt jedoch spezifische Orte, die man nicht für den Absprung nutzen darf, wie zum Beispiel im Jagdbann- oder Naturschutzgebiet, im gesperrten Luftraum oder im Appenzellerland, da sie über ein spezielles Alpgesetz verfügen», erläutert der 29-Jährige.
Es gab bei den insgesamt 1300 Sprüngen jedoch auch solche, die in dieser Form nicht hätten stattfinden dürfen. Einer davon war an Muttertag in einem Steinbruch in Hohenems.
Ein Fauxpas mit Folgen
Am Sonntag, 10. Mai, wollte Daniel Kleber wie in den über 1000 Sprüngen, die er bereit zuvor gemacht hat, den Adrenalinkick spüren und mithilfe des Fallschirms sanft auf dem Boden landen.
An diesem Tag kam jedoch alles anders: «Ich hatte in den Tagen zuvor immer hohe Sprünge gemacht. Der Fallschirm war entsprechend eingestellt, dass er sich später öffnet», erklärt der erfahrene Basejumper.
Am Muttertag sollte es dann ein Sprung von einer niedrigeren Stelle sein. «Ich habe beider Vorbereitung einen entscheidenden Fehler gemacht und hatte den Fallschirm falsch eingestellt. Dieser öffnete sich über diese Distanz nur teilweise und ich kam mit den Füssen auf dem Boden auf», erinnert sich der Adrenalin-Junkie aus Berneck.
Zurück zur Normalität
So riss er sich mehrere Bänder, brach sich die Sprunggelenke und seinen Rücken gleich doppelt. Was folgte, waren zwei Wochen im Spital und acht Wochen Reha, in der Daniel Kleber sich wieder in die Normalität zurückkämpfte.
Mittlerweile ist er seit ein paar Wochen wieder zuhause, hat aber noch immer regelmässig Termine in der Physiotherapie und beim Arzt. Zudem steht ihm eine weitere Operation bevor.

«Die Ärzte sagten mir, dass ich wieder gesund werden kann. Deshalb habe ich mir auch stets gesagt, dass ich das schaffen kann», sagt Daniel Kleber.
So kam es auch, dass die Ärzte ihn beim Aufbau eher bremsen statt motivieren mussten: «Rumzuliegen ist für mich das Schlimmste. Mir ist wichtig, was die Ärzte zu meinem Heilungsprozess sagen, höre aber auch sehr darauf, welche Signale mir mein Körper gibt.»
Bei Daniel Klebers Umfeld kam der Unfall nicht gut an: «Für meine Verwandten war der Unfall ein Schock. Meine Mutter starb vor einigen Jahren. Ich glaube, sie war an diesem Tag mein grösster Schutzengel. Sie dachte sich aber wohl auch ‹was macht der Trottel da wieder›.» (schmunzelt)
Das Leben noch mehr schätzen
Der Basejumper arbeitet nun darauf hin, wieder fit zu werden, Sport machen zu können, ohne dass ihm alles schmerzt und wieder zurück in den Alltag zu finden. «Man lernt, das Leben wieder anders zu schätzen. Vor allem wenn man nicht mehr selbst laufen, geschweige denn aufs WC gehen kann», so Daniel Kleber.
Auch rechtlich könnte noch etwas auf den Basejumper aus Berneck zukommen. Der Sprung an Muttertag war nicht zulässig und Kleber könnte laut einem Anwalt, der dem ORF Auskunft zum Fall gab, eine Geldstrafe drohen.
Trotz allem will er mit dem Basejumpen voraussichtlich im Frühling wieder starten. «Ich möchte Schritt für Schritt wieder ins Basejumpen finden.»
Zur Gewohnheit soll der Sport mit Adrenalingarantie aber nicht mehr werden: «Bei diesem Sport kann man sich keinen Fehler leisten. Man muss immer auf den Zehenspitzen bleiben.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Rheintaler Bote» erschienen.











