Kirchberg (SG)

Heimatschutz ehrt vorbildliche Ortskernerneuerung

Vom Landi-Areal zum Zentrum: In Kirchberg wurde die hohe Aufenthaltsqualität der Neubauten gewürdigt, die sich ideal in das historische Dorfbild integrieren.

Das Gemeindehaus in Kirchberg (SG).
Das Gemeindehaus in Kirchberg (SG). - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Gemeinde Kirchberg SG informiert, vergibt der Heimatschutz St. Gallen/Appenzell Innerrhoden seit zehn Jahren einen aus Bronze gegossenen, kiloschweren Schemel für gute Baukultur. Dieses Jahr wurden damit die Gemeinde Kirchberg und die Clientis Bank Toggenburg ausgezeichnet, für die gemeinsam angepackte und umgesetzte Erneuerung des Ortskerns-Süd.

Als vor über zehn Jahren klar wurde, dass die Landi aus Kirchberg in die Industriezone von Bazenheid umziehen wird, entschied die Clientis Bank Toggenburg, dass sie am bisherigen Landi-Standort in Nachbarschaft des früheren Hauptsitzes neu bauen wolle.

Weil auch die ehemalige Möbelfabrik leer stand und zwei weitere Nachbargebäude in schlechtem Zustand waren, lancierten die Gemeinde und die Bank 2015 eine gemeinsame Testplanung für ein neues Ortszentrum.

«Goldener Schemel» für gelungene Baukultur

Die Jury entschied sich für den Vorschlag des Architekturbüros Thomas Schregenberger mit dem aus Kirchberg stammenden Architekten Andrzej Egli und mit dem Büro Lorenz Eugster, Landschaftsarchitektur und Städtebau.

Nach der Testplanung folgten ein Masterplan und Sondernutzungspläne. Das Resultat sind die in zwei Etappen realisierten sechs neuen Gebäude. Anlässlich der Vergabe der zwei «Goldenen Schemel» – je einen für die Gemeinde und für die Clientis Bank – lobte Architekt Daniel Cavelt, Vorstandsmitglied des Heimatschutzes SG/AI, dass hier das Dorfbild gestärkt wurde und ein neuer Platz sowie Gassen mit hoher Aufenthaltsqualität entstanden sind.

Die Neubauten integrieren sich ins Ortsbild und nehmen die Struktur der klassizistischen Biedermeier-Gebäude auf: Sie haben ein klar ablesbares Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Es entstanden 43 neue Wohnungen, während es vorher auf der gleichen Fläche nur sieben Wohnungen gab.

Anerkennung für koordiniertes Vorgehen

Möglich wurde diese gemeinsame und koordinierte Planung, weil Gemeinde und Bank eng zusammenarbeiteten – dafür durften beide am 30. April 2026 im Toggenburgerhof je einen «Goldenen Schemel» für die Pflege der Baukultur entgegennehmen.

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