Waltensburg/Vuorz GR: 40 Einsatzkräfte proben schweren Bahnunfall
Rund 40 Einsatzkräfte probten in der Nacht auf Samstag bei Waltensburg/Vuorz GR die Rettung nach der Kollision eines Zugs mit 35 Passagieren und einem Auto.

In der Nacht auf Samstag stand in der Surselva die Zusammenarbeit der Blaulicht- und Partnerorganisationen bei einem anspruchsvollen Bahnunfall im Zentrum einer gross angelegten Einsatzübung. Rund 40 Einsatzkräfte trainierten unter möglichst realistischen Bedingungen die Bewältigung eines Ereignisses mit mehreren Verletzten, vermissten Personen und komplexen Rettungsarbeiten.
Realitätsnahes Unfallszenario
Kurz nach 21.40 Uhr ereignete sich im Übungsszenario auf Höhe des Schiessstandes Pardiala eine folgenschwere Kollision zwischen einem mit 35 Personen besetzten Zug und einem Personenwagen. Durch den Aufprall wurde der Triebzug teilweise aus den Schienen gehoben. Mehrere Fahrgäste erlitten Verletzungen unterschiedlichen Schwerengrades.
Der Personenwagen kam nach der Kollision in einem Graben neben den Gleisen zum Stillstand. Während der Lenker schwer verletzt im Fahrzeug eingeklemmt blieb, standen seine Beifahrerin sowie mehrere Bahnreisende unter Schock. Einige von ihnen entfernten sich orientierungslos von der Unfallstelle und mussten gesucht werden.
Vielfältige Herausforderungen für die Einsatzkräfte
Die Übung stellte die beteiligten Organisationen vor vielfältige Herausforderungen. Nebst der Rettung und Betreuung der verletzten Personen mussten eine technische Rettung am Unfallfahrzeug durchgeführt, die Ereignisbewältigung auf den Bahngleisen koordiniert sowie vermisste und desorientierte Personen im unwegsamen Gelände lokalisiert werden.
Beteiligt waren die Einsatzleitzentrale, die Regionen- und Verkehrspolizei sowie die Führungsunterstützung der Kantonspolizei Graubünden, die Bahnstützpunkte der Feuerwehren Ilanz und Thusis, die Führungsunterstützung der Feuerwehrbezirke 5 und 6, die Sanitätsnotrufzentrale und der Rettungsdienst Surselva. Unterstützt wurden sie von Bergrettern des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) mit Geländesuchhunden sowie der Rhätischen Bahn (RhB).
Bilanz nach der Einsatzübung
Die rund zweieinhalbstündige Übung hat deutlich aufgezeigt, wie entscheidend die enge und koordinierte Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen für die erfolgreiche Bewältigung komplexer Ereignisse ist. Dank des abgestimmten Vorgehens und einer angepassten Kommunikation zwischen den Einsatzkräften konnten die Übungsziele erreicht werden.
Die Beurteilung fiel insgesamt positiv aus. Gleichzeitig wurden wertvolle Erkenntnisse und Verbesserungspotenziale gewonnen, die in die Weiterentwicklung von Abläufen, die Einsatzführung und die Ausbildung der einzelnen Organisationen einfliessen.
Auch die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft sowie die Räumung des Schadenplatzes wurden erfolgreich geübt. Diese Schritte sind wichtige Bestandteile einer umfassenden Ereignisbewältigung.
Regelmässiges Training für den Ernstfall
Die Arbeitsgruppe Einsatzvorbereitung Blaulichtorganisationen Graubünden (ArG EVB GR) organisiert regelmässig solche Einsatzübungen. Mit realitätsnahen Szenarien werden Abläufe überprüft, Erfahrungen gesammelt und die Zusammenarbeit der verschiedenen Partnerorganisationen weiter gefestigt, damit im Ernstfall schnell, koordiniert und professionell gehandelt werden kann.






