Rüegg-Marton-Legat: Grundstück bleibt politisches Thema
Wie soll das Grundstück an der Kemptnerstrasse künftig genutzt werden? Hinwil zeigt die Ergebnisse der Befragung, ein Entscheid fällt in nächster Legislatur.

Wie die Gemeinde Hinwil informiert, hat sie im Jahr 1999 das Grundstück an der Kemptnerstrasse 8 als Legat von Dr. med. Irène Rüegg-Marton erhalten. Verschiedene rechtliche Abklärungen zur Umsetzung des Legats haben ergeben, dass die Gemeinnützigkeit zentral für die Erfüllung des Vermächtnisses ist und somit für die Gemeinde in der Verwendung der Liegenschaft enge Leitplanken bestehen.
Letztmals hat sich die Hinwiler Bevölkerung zur Verwendung des Grundstücks anlässlich der Urnenabstimmung im Juni 2021 geäussert. Der Verkauf des Grundstücks an eine Wohnbaugenossenschaft, mit der strikten Auflage für die Erstellung von Alters- und bezahlbaren Wohnungen inklusive Freiflächen für die Öffentlichkeit, wurde damals von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt.
Umfrage bringt erste Erkenntnisse
Die Umsetzung der letztwilligen Verfügung von Frau Dr. med. Irène Rüegg-Marton ist dem Gemeinderat ein grosses Anliegen. Um sicherzustellen, dass die künftige Nutzung des Grundstücks – neben den zwingenden Bestimmungen des Legats – auch den Bedürfnissen und Wünschen der Hinwiler Bevölkerung entspricht, hat sich der Gemeinderat entschlossen, eine Bevölkerungsbefragung durchzuführen.
Im Sommer 2025 wurden Sie gefragt, wie das Legat von Dr. med. Irène Rüegg-Marton verwendet werden soll. Die Befragung wurde zwischen dem 28. Mai und 14. Juli 2025 durchgeführt.
An der offenen Befragung haben 209 Personen teilgenommen, davon 201 aus Hinwil. Da die Teilnahme freiwillig erfolgte und keine zufällige Auswahl der Befragten stattfand, ist die Umfrage nicht repräsentativ für die gesamte Hinwiler Bevölkerung.
Die Ergebnisse bieten dennoch erste qualitative Hinweise, welche Themen für die befragten Hinwilerinnen und Hinwiler von besonderem Interesse sein könnten.
Was wurde gefragt
Die Befragung hatte zum Ziel zu klären, wie die Liegenschaft aus dem Legat verwendet werden soll. Grob umrissen konnten sich die Befragten zu folgenden Punkten äussern: Soll die Planung weiterverfolgt werden? Was soll realisiert werden? Durch wen soll das Projekt umgesetzt werden?
Rund 80 Prozent aller Befragten befürworten, dass weitere Planungsschritte unternommen werden und die Planung nicht der nächsten Generation überlassen werden soll.
Bei der Frage, welche möglichen Vorhaben unterstützt werden, bekamen die Vorschläge nachfolgende Zustimmungen: Bau eines Pflegeheims; 58 Prozent, Bau von Alterswohnungen; 83 Prozent, Verwendung für die Erfüllung sozialer Aufgaben der Gemeinde; 46 Prozent.
Uneinigkeit über das Vorgehen
Bei der Frage wie beziehungsweise durch wen eine Realisierung erfolgen soll, dominierte mit 57 Prozent die Enthaltung. Die Mehrheit wollte sich somit zu dieser Frage nicht klar positionieren und hat die Frage nicht beantwortet.
Die übrigen erhaltenen Antworten verteilten sich wie folgt auf die zur Auswahl stehende Antworten: Abgabe im Baurecht; 10 Prozent, Realisierung durch die Gemeinde Hinwil; 18 Prozent, Schenkung an die Stiftung Wohnen im Alter; 11 Prozent, Verkauf mit Fokus Rendite und Erlös zugunsten der Stiftung Wohnen im Alter; 2 Prozent und Verkauf an eine gemeinnützliche Organisation; 2 Prozent.
Entscheid fällt in nächster Legislatur
Der Gemeinderat hat die Ergebnisse der Befragung zur Kenntnis genommen und über das weitere Vorgehen beraten. Aufgrund der vielen Projekte, die zurzeit anstehen wie zum Beispiel die Bildung der Einheitsgemeinde, hat sich der Gemeinderat entschieden, dieses Thema in der nächsten Legislatur anzugehen und im Rahmen der Festsetzung des Legislaturprogramms 2026/2030 die anstehenden Projekte zu priorisieren und aufeinander abzustimmen.









