Herzogenbuchsee

Herzogenbuchsee schliesst Rechnung 2025 besser ab

Herzogenbuchsee schliesst 2025 mit 301’179 Franken Verlust ab – deutlich besser als budgetiert. Höhere Steuern gleichen Mehrkosten teilweise aus.

Das Gemeindezentrum in Herzogenbuchsee.
Das Gemeindezentrum in Herzogenbuchsee. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Gemeinde Herzogenbuchsee mitteilt, schliesst die Jahresrechnung 2025 (Gesamthaushalt) der Einwohnergemeinde Herzogenbuchsee bei einem Gesamtaufwand von knapp 39,6 Millionen Franken mit einem Verlust von 301'179 Franken ab. Budgetiert war ein Verlust von 2,156 Millionen Franken. Die Steueranlage lag unverändert bei 1,65 Einheiten.

Vor allem der steuerfinanzierte Haushalt schliesst um ein Vielfaches besser als budgetiert ab. Statt des veranschlagten Minus von 1,733 Millionen Franken resultiert ein Gewinn von 149'321 Franken. Hingegen fallen die Ergebnisse der Spezialfinanzierungen negativ aus: Bei der Spezialfinanzierung Abwasserentsorgung beträgt der Verlust 164'575 Franken.

Abwasser, Abfall und Bau mit unterschiedlichen Ergebnissen

Der Saldo des Kontos Werterhalt Abwasseranlagen beträgt rund 10,482 Millionen Franken. Zur Erinnerung: Ab 1. Januar 2026 wurde das gesamte Abwasserwesen an den Gemeindeverband ARA Region Herzogenbuchsee ausgelagert.

Die Spezialfinanzierung Abfallwirtschaft erzielt einen Verlust von 102'712 Franken. Hier werde man nicht darum herumkommen, aufgrund der Ergebnisse der vergangenen Jahre eine Anpassung der Gebühren ab 1. Januar 2027 vorzunehmen, wird das Ergebnis in der Jahresrechnung kommentiert.

Die Spezialfinanzierung Kompetenzzentrum BAU Oberaargau West (KoBau) schliesslich verzeichnet einen Verlust von 183'212 Franken; dies vor allem aufgrund von fehlenden Grossprojekten.

Unerwartet hohe Steuereinnahmen

Die Besserstellung gegenüber dem Budget, resp. das positive Ergebnis ist in erster Linie auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen. Der gesamte Fiskalertrag liegt um 2,348 Millionen Franken über den Budget-Erwartungen – und zwar durchs Band weg bei sämtlichen Steuerarten.

Bei den natürlichen Personen ergibt sich ein Plus von 647'968 Franken (plus 123'305 Franken Einkommenssteuern / plus 266'686 Franken Vermögenssteuern), bei den juristischen Personen ein solches von 541'698 Franken und die übrigen direkten Steuern (unter anderem Liegenschaftssteuern, Kapitalgewinnsteuern) weisen Mehrerträge von gesamthaft 1,160 Millionen Franken aus.

Insbesondere die Grundstückgewinnsteuern (plus 251'725 Franken) sowie die Sonderveranlagungen (plus 664'655 Franken) lassen mehr Geld als veranschlagt in die Gemeindekasse fliessen.

Die Einwohnergemeinde Herzogenbuchsee hat die Steuereinnahmen wie üblich nach den Vorgaben des Kantons berechnet. Der Trend zu höheren Steuereinnahmen zeigt sich auch bei den zahlreichen weiteren bernischen Gemeinden.

Bildung entlastet, Soziales und Verkehr teurer

Positiv im Vergleich zum Budget beeinflusst wird der Rechnungsabschluss daneben durch tiefere Nettoaufwände bei der Bildung (minus 516’577 Franken) und bei der öffentlichen Sicherheit (minus 84'095 Franken).

Dem stehen auf der anderen Seite höhere Nettoaufwände bei den Funktionen Soziale Sicherheit (plus 351'469 Franken), Kultur, Sport und Freizeit (plus 269'087 Franken) sowie Verkehr (plus 256'374 Franken) gegenüber.

Hauptverantwortlich für diese Mehrkosten sind ein höherer Nettoaufwand im Teilbereich Sozialhilfe und Asylwesen sowie der Beitrag von 350'000 Franken an die AquArenA Sport + Wellness AG, der aufgrund des Abstimmungsdatums im vergangenen Sommer so nicht budgetiert werden konnte.

Sparbemühungen greifen

Zur Erfolgsrechnung nach Sachgruppen bleibt weiter festzustellen, dass der Personalaufwand mit 6,168 Millionen Franken um 114'252 Franken über der Budgetvorgabe liegt.

Begründet werden die Abweichungen mit Anpassungen der Stellenetats bei der Sozialabteilung und beim Werkhof. Gleichwohl kann festgehalten werden, dass der Personalaufwand gesamthaft um knapp 173'000 Franken unter demjenigen des Jahres 2024 liegt.

Beim Sachaufwand wurde gespart: Gegenüber dem Budget fielen die Kosten um 491'571 Franken tiefer aus; gegenüber dem Vorjahr um 128'606 Franken. Im Bildungsbereich wurden bei den Anschaffungen Büromobiliar, -maschinen und -geräte 70'771 Franken eingespart.

Tiefere Kosten bei Schule und Unterhalt

Auch bei den Lehrmitteln wurden 87'526 Franken weniger ausgegeben. Einsparungen gibt es daneben bei den Energiekosten (minus 54'611 Franken), beim baulichen Unterhalt (minus 78'722 Franken) sowie beim Unterhalt Mobilien (minus 34'428 Franken).

Wegen einer Änderung der Verrechnung bei den Mietkosten der Schulen Oenz fielen schliesslich die Mieten um 167'149 Franken tiefer aus. Auch wenn die Sparbemühungen und angepassten Budgetrichtlinien zu greifen scheinen – den oben aufgeführten Aufwendungen stehen unter dem Strich um ein Vielfaches grösser ausfallende Mehraufwendungen im Sachaufwand gegenüber, welche fremdbestimmt sind und sich nicht beeinflussen lassen.

Die ordentlichen Abschreibungen für 2025 betragen 2,196 Millionen Franken. Sie liegen damit um 115'806 Franken unter dem Budget. Unter anderem fallen die Kosten für die Personenunterführung Bahnhof tiefer als ursprünglich geplant aus.

Investitionsrechnung

Insgesamt werden Nettoinvestitionen in Höhe von 125'065 Franken in die Bilanz übertragen. Hauptsächlich betrifft dies die Personenunterführung Bahnhof (1,036 Millionen Franken).

In diesem Zusammenhang erhielt die Gemeinde gleichzeitig Kostenanteile von 3,538 Millionen Franken von der SBB und der Gemeinde Niederönz vergütet. Weitere Hauptpositionen in der Investitionsrechnung bilden der Rahmenkredit im Zusammenhang mit der Schulraumerweiterung Massnahmen Zyklus 1 (576'239 Franken) sowie Investitionen in der Sporthalle (361'723 Franken).

Ebenfalls über die Investitionsrechnung verbucht wurde die Aktienkapitalerhöhung von 750'000 Franken bei der AquArenA Sport + Wellness AG. Die Arbeiten an verschiedenen Gemeindestrassen kosteten 514'317 Franken.

Und schliesslich wurden netto 410'333 Franken in die Abwasserentsorgung investiert. Budgetiert waren Nettoinvestitionen von total 8,695 Millionen Franken.

Hohe Selbstfinanzierung dank Investitionsüberschuss

Dass die Nettoinvestitionen wegen den Vergütungen im Zusammenhang mit der Personenunterführung Bahnhof lediglich 125'065 Franken betragen, führt zu einem Finanzierungsüberschuss von über 2,4 Millionen Franken, was sich positiv auf die Selbstfinanzierung auswirkt.

Diese wird für 2025 mit 2,527 Millionen Franken ausgewiesen. Mittelzuflüsse, die für die Finanzierung von Investitionen oder zur Rückzahlung von Schulden verwendet werden können. Budgetiert waren 0,697 Millionen Franken, in der Rechnung 2024 betrug die Selbstfinanzierung 1,990 Millionen Franken.

Bilanz

Ein Wort noch zur Bilanz: Die Bilanzsumme nahm um 632'000 Franken zu – sie beträgt nun 85,107 Millionen Franken. Das Finanzvermögen steigt um 2,703 Millionen Franken; das Verwaltungsvermögen hingegen reduzierte sich um 2,071 Millionen Franken.

Das Fremdkapital erhöht sich um 569'000 Franken, wurde doch 2025 eine kurzfristige Verbindlichkeit von fünf Millionen Franken umgeschuldet und ein langfristiger Kredit von acht Millionen Franken aufgenommen.

Die Spezialfinanzierungen nahmen aufgrund der – erwarteten – Aufwandüberschüsse ab. Die Vorfinanzierungen (insbesondere Werterhalt Abwasseranlagen) erhöhten sich um knapp 380'000 Franken. Das Eigenkapital beträgt neu 8,771 Millionen Franken.

Kommentare

Weiterlesen

cc
90 Interaktionen
Baustellen-Frust
Leuk Starlink Elon Musk
60 Interaktionen
Leuk VS

MEHR HERZOGENBUCHSEE

Herzogenbuchsee
Herzogenbuchsee
Herzogenbuchsee
Herzogenbuchsee

MEHR AUS OBERAARGAU

Langenthal
3 Interaktionen
101 km/h!
Gemeindeverwaltung Seeberg
Seeberg