Die Abwasserreinigungsanlage ARA wurde auf Vordermann gebracht und produziert neu auch Strom auf dem Dach des Betriebsgebäudes in Flumenthal.
Abwasser (Symbolbild)
Abwasser (Symbolbild) - Bild: Pixabay/ Wokandapix

Wie die Gemeinde Flumenthal berichtet, hat der Zweckverband ARA Unterleberberg nur zehn statt der geplanten zwölf Jahre gebraucht, um das ganze Kanalnetz auf Vordermann zu bringen. Dabei wurden rund 2,85 Millionen Franken im Boden verbaut. Auf dem Dach des Betriebsgebäudes in Flumenthal wird neu auch Strom produziert.

In den 1960er-Jahren haben die Solothurner Gemeinden Balm, Flumenthal, Günsberg, Hubersdorf und Niederwil zusammen mit der Berner Gemeinde Attiswil den Zweckverband ARA Unterleberberg ZAUL) gegründet. Seit 1972 werden die Abwässer dieser Gemeinden mit gegen 5000 Einwohnern in der ARA in Flumenthal geleitet, dort gereinigt und als sauberes Wasser in die Aare geleitet. Später dazu gekommen ist Kammersrohr und zuletzt angeschlossen wurde die Innertstoffdeponie Attisholz.

Im ganzen Kanalnetz bestand Sanierungsbedarf

Die Anlagen des Zweckverbandes sind natürlich in die Jahre gekommen. Deshalb wurde bereits um die Jahrtausendwende im Betriebsgebäude der ARA Flumenthal total saniert. Das später in Auftrag gegebene, vom Ingenieurbüro BSB (Biberist) erstellte Verbands-GEP zeigte auf, dass auch im ganzen Kanalnetz Sanierungsbedarf besteht und ursprünglich geplante, aber früher eingesparte, Regenauffangbecken notwendig werden und ein längerer Kanalabschnitt vergrössert werden müsste.

Vermutlich erinnern sich Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Balm, Günsberg, Hubersdorf, Kammersrohr, Riedholz/Niederwil, Flumenthal und Attiswil nur noch verschwommen daran, dass sie in den Jahren 2010/11 an ihren Gemeindeversammlungen einen Kredit von 2,85 Millionen Franken für ein Zwölfjahresprogramm 2012-2023 des Zweckverbandes ARA Unterleberberg genehmigt haben. Dieses Mehrjahresprogramm beinhaltete die Optimierung der Zulaufkanäle zur ARA Flumenthal aus dem ganzen Einzugsgebiet.

Viele Anpassungen wurden seit 2012 vorgenommen

Vorgesehen wurde eine Arbeitsdauer von zwölf Jahren bei Kosten von 2,85 Millionen Franken. Dieser Betrag wurde von allen Verbandsgemeinden akzeptiert und so wurden 2012 die ersten Arbeiten in Angriff genommen. Schon bei der Detailplanung zeigten sich Verbesserungsmöglichkeiten gegenüber den im Verbands-GEP vorgeschlagenen Massnahmen. Vor allem hydraulische Kennwerte spielten dabei eine Rolle. In den Hauptkanal sollte nicht mehr als geplant Abwasser eingeleitet werden.

Diese von W+H erarbeiteten Anpassungen wurden umgesetzt. So wurde 2013/14 als erstes der RA 174 unterhalb Günsberg gebaut. Von dort kommen maximal 100l/s in den ARA-Kanal. Gekostet hat dieses wirksame Bauwerk rund 830'000 Franken. Beim zuletzt ausgeführten RA1 in Niederwil (Kosten ca. 202'000.-) werden 110l/s eingeleitet. So kommen maximal 210l/s nach Hubersdorf von dem weitere 110l/s einfliessen. In den ersten Arbeitsjahren wurden laufend örtliche Sanierungen durchgeführt , dabei natürlich die gemäss Videoaufnahmen schadhaften Kanalrohre mit Inlinern dicht gemacht.

Der Kredit wurde nicht voll ausgeschöpft

Ganz wichtig für das ganze Kanalsystem war der Bau des RA6 zwischen Hubersdorf und Attiswil. Dieses Bauwerk war schon 1970 in der Planung vorgesehen, aus Kostengründen aber nicht gebaut worden. Der «damalige Fehler» ist inzwischen korrigiert. Der RA6 kostete gegen eine Million, erfüllt seinen Auftrag aber hervorragend. Das bewies er, als im Schacht 69 ein Leck (Eindringen von Sauberwasser) behoben werden musste. Der Schacht 69 wurde abgedichtet.

Erfreulichster Punkt beim 12-Jahresprogramm ist aber zweifellos, dass der ursprünglich von den Gemeinden genehmigte Kredit nicht voll ausgeschöpft werden musste. Das ist sicher der Planungsarbeit der Ingenieure, der positiven Haltung der betroffenen Grundstückbesitzer und der aktiven Baubegleitung durch den ZAUL-Vorstand zu verdanken.

Neue Photovoltaikanlage auf dem ARA-Dach

Beim einem Tag der offenen Tür wollte der Vorstand der Bevölkerung der ZAUL-Gemeinden nicht nur die Neubauten im Boden präsentieren, sondern auch die nach einem DV-Beschluss neu gebaute Photovoltaikanlage. Diese liefert seit Juni 2021 rund zehn Prozent des in der Anlage benötigten Stroms. Doch der Tag der offenen Tür musste wegen Corona zuerst verschoben, dann abgesagt werden.

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