Der Kanton Glarus beteiligt sich an den Kosten der Corona-Impfungen. Weil offenbar die Zahlungen der Krankenversicherungen zu tief sind, leistet der Kanton einen zusätzlichen Beitrag an jede Impfung.
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Ab dem 4. Januar 2021 wird im Kanton Glarus gegen das Coronavirus geimpft. - keystone

Im Glarnerland wird vorerst im Impfzentrum Ennenda gegen das Coronavirus geimpft. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Impfstoffen wird die Impfung demnächst auf Arztpraxen und Apotheken ausgedehnt. Hausärzte sollen ab Mai gegen Corona impfen.

Die von der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren mit den Krankenversicherern ausgehandelte Vergütung reicht aber nicht aus, um die anfallenden Kosten zu decken, wie die Glarner Regierung am Dienstag mitteilte. Wie andere Ostschweizer Kantone vergütet daher auch der Kanton Glarus den nicht gedeckten Aufwand aus eigener Hand.

Die Vergütung wird auf insgesamt 30 Franken pro einzelne Impfung erhöht. In Arztpraxen und Apotheken entspricht das einer Zusatzzahlung von 5,50 Franken pro Impfung, in Spitälern einer von 15,50 Franken. Bei geschätzten 20'000 Impfwilligen im Glarnerland dürften sich die Kosten für den Kanton bei etwa 150'000 Franken bewegen.

Den Grund für die ungenügende Kostendeckung durch die Krankenkassen sieht der Kanton im hohen Aufwand, den Corona-Impfungen für Arztpraxen mit sich bringen. Der Informationsbedarf sei bei den Patienten ungleich grösser als bei einer Grippeimpfung. Zudem müssten diese nach der Impfung 15 Minuten lang überwacht werden.

Auch organisatorisch sei die Corona-Impfung aufwändig. Die Impfstoff-Ampullen müssen innerhalb von sechs Stunden aufgebraucht werden, weshalb jeweils mehrere Impfwillige koordiniert aufgeboten werden.

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