Der Kanton Glarus rechnet bis Ende Juni mit bis zu 300 Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Der Sonderstab Asyl will die Hälfte von ihnen privat unterbringen, die andere Hälfte in Kollektivunterkünften.
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Flüchtlinge aus der Ukraine am polnischen Grenzübergang bei Medyka am 10. März 2022. - keystone

Der Kanton wolle es möglichst vermeiden, die Flüchtlinge in unterirdischen Zivilschutzunterkünften unterzubringen, erklärte Andreas Zehnder, Leiter der Hauptabteilung Soziales, am Mittwoch, 30. März 2022, in Glarus vor den Medien. Bei der Mehrheit der Schutzsuchenden handle es sich um Frauen und Kinder. Zudem hätten viele im Krieg bereits in Kellern gehaust.

Der Kanton will deshalb zusätzliche Wohnräume mieten. «Wir suchen nach wie vor Unterkünfte», sagte Zehnder. Gefragt seien vor allem grössere Objekte für 30 bis 60 Personen.

Einzelwohnungen kämmen dann in Frage, wenn sie eine gewisse Nähe zueinander haben. Nur dann könne die Betreuung der untergebrachten Personen gehandhabt werden können, sagte der Leiter Soziales. «Mit Einzelwohnungen versuchen wir deshalb Cluster zu bilden.»

Bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, welche die Unterbringung bei Privatpersonen koordiniert, haben sich bisher 136 potenzielle Glarner Gastfamilien gemeldet. Sollten alle Stricke reissen, bleibt die Unterbringung in einer Zivilschutzanlage aber für den Kanton eine Option. Die Hauptabteilung Zivilschutz und Militär trifft die notwendigen Vorbereitungen.

Bisher wurden dem Glarnerland vom Bund 22 aus der Ukraine geflüchtete Personen in Kollektivunterkünfte zugewiesen. Dazu kommen 22 privat untergebrachte Personen. Es gebe aber wahrscheinlich eine Dunkelziffer, sagte Frau Landammann Marianne Lienhard (SVP), der die Leitung des Asyl-Sonderstabs obliegt. Früher oder später würden sich aber sicher auch diese Menschen registrieren lassen.

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