Die Glarner Regierung möchte die individuelle Prämienverbilligung (IPV) künftig nicht automatisch auszahlen. Die forderte zuvor die SP in einem Postulat. Bisher verzichten im Kanton Glarus jährlich rund 25 Prozent der Personen auf ihre Prämienverbilligung, obwohl sie Anspruch darauf hätten.
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Das Sitzungszimmer der Regierung im Rathaus in Glarus. - Keystone

Gegen eine automatische Auszahlung würden hohe Mehrkosten sprechen, schrieb der Kanton Glarus am Donnerstag in einer Mitteilung. Hätten 2019 alle Personen mit einem gesetzlichem Anspruch auf IPV Geld erhalten, hätte der Kanton 1,7 Millionen Franken mehr zahlen müssen.

Die Regierung vertrete ausserdem die Meinung, dass nach dem politischen Grundsatz Bürgerinnen und Bürger nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hätten, hiess es weiter. Wer Leistungen beziehen möchte, solle seinen Anspruch geltend machen.

Die Glarner SP hatte im September 2019 gefordert, dass der Kanton die IPV automatisch all jenen mit gesetzlichem Anspruch darauf auszahlt. Versicherte mit tiefen und mittleren Einkommen hätten demnach kein Formular mehr ausfüllen und einreichen müssen.

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