Wie der VBC Glaronia mitteilt, holten sich die Damen am 15. Januar 2023 im fehlerlosen Spiel gegen den Volley Toggenburg einen 3:2-Sieg.
VBC Glaronia: Spielertrainerin Thais Camargo (2) ist auch dann ein Vorbild, wenn es um Psychologie auf dem Feld geht. - Glarus
VBC Glaronia: Spielertrainerin Thais Camargo (2) ist auch dann ein Vorbild, wenn es um Psychologie auf dem Feld geht. - Glarus - Zvg
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An Spannung nicht mehr zu überbieten war die Cup-Partie der Glarner Volleyballerinnen gegen Toggenburg.

Glaronia begann so, wie es Trainer Brzeziński geplant hatte. Selbstbewusst agierte sein Team von Anfang an mit viel Druck.

Auf der Toggenburger Seite hatte man Topscorerin Maggie Nedoma und die Tochter des Trainers Annouk Erni als gefährlichste Spielerinnen ausgemacht.

Natürlich ging alles mindestens zwei Ticks schneller als am Vortag in Visp, doch Glaronia fand den Rhythmus schnell.

Bulajic als Risikofaktor

Am Netz braucht Glaronia die grossgewachsene Serbin Ivana Bulajic, doch diese hatte in letzter Zeit nicht nur glückliche Momente.

Auch gegen Toggenburg traute sie sich noch nicht, mit voller Kraft anzugreifen. Das Risiko, den Ball ins Aus zu schlagen, war ihr zu gross.

Aber an Block und Service war sie stark, sodass sie viel zum guten Start der Einheimischen gegen die immer nervöser werdenden Gäste betrug.

Toggenburg bringt den Joker

Es war auch den angereisten Toggenburger Fans klar, dass Glaronia das bessere Team war. Trotzdem liessen sie nicht nach und boten den ebenfalls lautstarken Glarnern Paroli.

Es entstand eine Ambiance, wie man sie schon Jahre nicht mehr erlebt hatte. Toggenburgs Trainer Erni reagierte.

Er brachte die am Vortag aus den USA eingeflogene Borup Taylor ins Spiel, die am Netz sofort ein Zeichen setzte.

Glaronia versuchte, die wenig agile Angreiferin mit dem Service zu verunsichern, doch die Amerikanerin liess sich nicht beeindrucken.

Hektik im Glarner Team

Glaronias Coachingduo musste reagieren, denn die Partie lief nicht rund. Das lag aber nicht nur am Auftritt von Taylor, denn als die Glarnerinnen noch 7:6 führten, musste Captain Tina Lenzinger aufgrund von Kreislaufproblemen das Feld verlassen. Eine gelbe Karte für Spielverzögerung setzte dies ab und Glaronia wirkte erschüttert.

Die Annahmen liefen ins Leere, das Glarner Spiel war nicht mehr aggressiv und man liess die Gäste gewähren. Toggenburg sicherte sich den zweiten Satz problemlos.

Lenzinger wieder im Spiel

«She is our hero, unsere Heldin, und sie spielt unglaublich intelligent», meinte Glaronias Passeuse Mariah Mandelbaum nach dem Schlusspfiff.

Damit spielte sie darauf an, dass die Glarner Kapitänin trotz gesundheitlichen Problemen im dritten Satz wieder auf dem Feld stand, und was sie zeigte, war brillant.

Mit fehlerlosen Aufschlägen setzte sie Toggenburg unter Druck und legte das Fundament für den Satzgewinn.

Natürlich war es jeweils nicht einfach, wenn Topscorerin Maggie Nedoma lanciert wurde, doch immer wieder verteidigte Ewelina Brzezińska ihre Bälle. Glaronia sicherte sich eine 2:1-Führung und war am Drücker.

Chance verpasst

Das Spiel lief bestens für die Glarnerinnen, sie waren schneller und ihre Mittelblockerinnen spielten besser als ihre Toggenburger Gegenüber.

Erni musste früh seine erste Auszeit nehmen, hätte eigentlich Auswechslungen vornehmen müssen, doch dafür fehlte es wohl an Qualität auf der Ersatzbank.

Glaronia führte mit 23:18-Punkten und der Sieg war in Griffweite. Den Matchball schlug Bulajic schliesslich Zentimeter hinter die Grundline und am Ende sprach das Momentum für Toggenburg, das den Glarnerinnen den Satz entriss und ein Tiebreak erzwang.

Glarnerinnen wie Routiniers

Die Geschichte des Entscheidungssatzes ist schnell erzählt. Glaronia spielte fehlerlos, wankte in der Annahme nicht mehr und konnte im Angriff auf eine überragende Brzezińska zählen.

Die Polin war punktemässig zwar weniger erfolgreich als die Topscorerin von Toggenburg, doch was Brzezińska auf dem Feld leistet, von Service über Verteidigung bis zu den unwiderstehlichen Angriffen, ist grossartig.

Brzezińska war die klare Dominatorin und hat einen wesentlichen Anteil am Sieg der Glarnerinnen, die sich einen Traum erfüllt haben.

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