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Thurgau: Rekordschäden von 1,6 Millionen Franken durch Telefonbetrug

Im vergangenen Jahr wurden rund 60 Telefonbetrugsfälle angezeigt, die Täter erbeuteten dabei knapp 1,6 Millionen Franken.

Telefonbetrug Meilen ZH
Telefonbetrüger versuchen immer wieder, vor allem älteren Menschen Geld abzuluchsen. (Symbolbild) - keystone

Im Durchschnitt erbeuteten die Täter 2025 pro Fall knapp 27'000 Franken, zweimal war die Schadenssumme sogar sechsstellig. Sowohl die Fallzahl als auch die Schadenssumme bedeuten einen Höchststand im Vergleich zu früheren Jahren. Die meisten Fälle wurden während zwei Wellen im August/September und gegen Ende Jahr zur Anzeige gebracht. Betroffen waren in erster Linie Frauen und Männer im Alter von 60 bis 90 Jahren.

Die Opfer erkennen den Betrug in der Regel erst nach der Geldübergabe, deshalb erfolgt die Meldung an die Polizei mit Verzögerung. Trotzdem hat die Kantonspolizei Thurgau im vergangenen Jahr rund ein Dutzend Geldabholer ermittelt und bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Auch das ist ein langjähriger Höchststand.

Perfide Masche

Neben wenigen klassischen Schockanrufen waren die Betrüger vor allem mit der «Banken-Revisionsstelle»-Masche aktiv. Dabei geben sie sich als Mitarbeiter einer Bank aus und machen auf verdächtige Kontobewegungen aufmerksam.

Die Opfer erhalten dann die angebliche Nummer der Polizei und haben gleich die nächsten Betrüger in der Leitung. Diese überzeugen die Geschädigten davon, bei der Bank im Rahmen einer Betrugsermittlung Geld abzuheben. Weil es sich angeblich um Falschgeld handelt, soll es an einen «Kurier der Staatsanwaltschaft» übergeben werden.

Diese Masche ist besonders perfid, weil die Opfer mit dem Rückruf auf eine echte Schweizer Telefonnummer tatsächlich den Eindruck haben, mit der Polizei zu sprechen. Diese Rufnummern haben die Betrüger aber im Vorfeld registriert und können sie bei Bedarf auch schnell wechseln.

Bitte Vorsicht

Die Kantonspolizei Thurgau hat auch im vergangenen Jahr mehrfach und auf verschiedenen Kanälen vor Telefonbetrug gewarnt und auf die Maschen der Kriminellen aufmerksam gemacht.

Betrüger Telefon Polizei
Die Polizei warnt vor Telefonbetrügern. (Symbolbild) - Pixabay

Viele der Geschädigten haben älter klingende Vornamen. Man muss deshalb davon ausgehen, dass die Täter für ihre Anrufe gezielt nach solchen Namen in den Online-Telefonverzeichnissen suchen. Eine der wichtigsten Schutzmassnahmen ist deshalb, den Eintrag in den Verzeichnissen zu löschen oder zu kürzen (z.B. «E.» anstatt «Elisabeth»).

Entgegen der leider immer noch weit verbreiteten Annahme handelt es sich bei den Opfern nicht um hilflose Personen. Viele stehen mitten im Leben und werden von den Kriminellen überrascht und auf dem falschen Fuss erwischt.

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