Franken

    Schweizer Franken gerät gegenüber dem Euro unter Druck

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Zürich,

    Der Schweizer Franken fällt zum Euro auf ein Zwölf-Monate-Tief. Ausschlaggebend sind Zinsdifferenzen, Inflation und geringere Nachfrage.

    Schweizer Franken
    Der Schweizer Franken wird traditionell als sicherer Hafen betrachtet, wenn die Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten zunimmt. (Symbolbild) - depositphotos

    Der Schweizer Franken ist am Freitag gegenüber dem Euro auf den tiefsten Stand seit August 2025 gefallen. Laut der «Cash» stieg der Eurokurs am Vormittag bis auf 0,9405 Franken.

    Damit überschritt der Euro erstmals seit fast einem Jahr wieder die Marke von 94 Rappen. Im März hatte der Euro noch knapp 90 c gekostet.

    Die zunehmende Zinsdifferenz zählt «finanzen.ch» zufolge zu den wichtigsten Gründen für die aktuelle Franken-Schwäche. Höhere erwartete Zinsen im Euroraum können Anlagen in Euro für Investoren attraktiver machen.

    Unterschiedliche Geldpolitik beeinflusst den Wechselkurs

    Die Europäische Zentralbank liess ihre Leitzinsen im Juli unverändert. Der Einlagensatz liegt weiterhin bei 2,25 Prozent, während der SNB-Leitzins null Prozent beträgt.

    Viele Marktbeobachter rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung im Euroraum, wie die «Cash» berichtet. Die EZB entscheidet allerdings weiterhin abhängig von den verfügbaren Wirtschafts- und Inflationsdaten.

    Wird der Franken zum Euro weiter schwächer?

    In der Schweiz liegt der Leitzins seit Juni 2025 bei null Prozent. Die Schweizerische Nationalbank bestätigte diesen Satz zuletzt im Juni und hält ihn weiterhin auf diesem Niveau.

    Schweizer Franken: Grosse Unterschiede bei der Inflation

    Die Schweizer Jahresteuerung lag im Juli bei 0,4 Prozent. Das Bundesamt für Statistik weist damit weiterhin eine sehr geringe Teuerung in der Schweiz aus.

    Im Euroraum lag die jährliche Inflation im Juli dagegen bei 2,9 Prozent. Eurostat meldete damit einen Anstieg gegenüber den 2,8 Prozent vom Juni.

    Laut «finanzen.ch» tragen die unterschiedlichen Inflationsraten dazu bei, dass sich die Zinserwartungen in der Schweiz und im Euroraum auseinanderentwickeln. Die geringe Teuerung in der Schweiz erlaubt der SNB weiterhin eine sehr lockere Geldpolitik.

    Geopolitik und Zinsen schwächen den Schweizer Franken

    Die SNB hatte ihren Leitzins im Juni bei null Prozent belassen. Gleichzeitig verwies sie auf die Entwicklung der Inflation und die wirtschaftlichen Unsicherheiten.

    Neben den Zinsunterschieden beeinflusst auch die geopolitische Lage die Nachfrage nach dem Franken. Abnehmende Spannungen in der Golfregion verringern seine Attraktivität als Zufluchtswährung.

    Schweizer Franken
    Der Schweizer Franken ist am Freitag gegenüber dem Euro auf den tiefsten Stand seit August 2025 gefallen. (Symbolbild) - depositphotos

    Der Schweizer Franken gilt traditionell als sicherer Hafen bei erhöhter Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten. Nimmt diese Unsicherheit ab, kann der «Cash» zufolge auch die Nachfrage nach der Schweizer Währung zurückgehen.

    Franken verliert gegenüber dem Euro deutlich an Wert

    Die Schweizerische Nationalbank weist für den 14. August einen EUR/CHF-Referenzkurs von 0,9401 aus. Der Tageshöchststand von 0,9405 beschreibt dagegen den Handelsverlauf.

    Noch im März lag der Eurokurs bei knapp 90 Rappen. Die Bewegung zeigt damit eine deutliche Veränderung des Wechselkursniveaus innerhalb weniger Monate.

    Dabei spielt insbesondere die wachsende Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Euroraum eine Rolle. Gleichzeitig prägen die unterschiedlichen Inflationsentwicklungen die geldpolitischen Erwartungen der Anleger.

    Kommentare

    User #4939 (nicht angemeldet)

    Die Euro-Einheitsgrösse ist zum Scheitern verurteilt

    User #4939 (nicht angemeldet)

    EURO ist ein Problem

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