Der Thurgauer Regierungsrat unterstützt die Produktion des Films «Friedas Fall» mit einem Lotteriefondsbeitrag von 150'000 Franken. Der Film handelt von Frieda Keller aus Bischofszell. Es ist die Geschichte einer Näherin, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus Verzweiflung ihren Sohn tötete.
Thurgau
Das Thurgauer Regierungsgebäude in Frauenfeld. (Archivbild) - sda

Die Zürcher Filmproduktionsfirma Condor Films AG plant mit dem Regisseur Jürg Ebe den rund 100-minütigen Spielfilm «Friedas Fall» nach der Romanvorlage «Die Verlorene» von Michèle Minelli. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, wie der Kanton Thurgau am Donnerstag mitteilte.

Frieda Keller wurde 1904 wegen Kindsmordes zum Tod verurteilt. Als Opfer einer Vergewaltigung brachte die 25-jährige Näherin Frieda Keller ihren fünfjährigen Sohn, das Kind des Peinigers, um. Nachdem die Kinderbewahranstalt ihren Sohn nicht mehr länger aufnehmen konnte, sah Frieda Keller keinen anderen Ausweg.

Ihr Vergewaltiger, ein Wirt aus Bischofszell, wurde aufgrund der dazumal geltenden Gesetze nicht zur Rechenschaft gezogen. Nach heftigen Protesten, die das Urteil in der Öffentlichkeit und den Medien auslösten, wurde Frieda Keller schliesslich zu lebenslanger Haft begnadigt.

Der Regierungsrat gewährte der Condor Films AG für die Produktion des Spielfilms einen Beitrag von 150'000 Franken aus dem Lotteriefonds. Die Drehvorlage und die Überlegungen zur Produktion lassen einen vielschichtigen Film erwarten, wie es im Communiqué weiter hiess. Durch den inhaltlich starken Bezug zum Thurgau, die geplanten Drehtage in der Ostschweiz sowie den Bezug der Autorin zum Thurgau sei eine Unterstützung aus dem Lotteriefonds angezeigt.

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