Wie die Gemeinde Frauenfeld mitteilt, informiert Thurplus über den heutigen Stand der Gas- und Stromversorgung in Frauenfeld.
Die Stadtverwaltung Frauenfeld.
Die Stadtverwaltung Frauenfeld. - Nau.ch / Miriam Danielsson
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Der Hitzesommer, die schwierige Lage der Versorgungssicherheit bei der Energie und die gleichzeitig geführte Klimadiskussion verunsichern weite Teile der Gesellschaft. Besonders die Wirtschaft erwartet von der Politik und den Energieversorgern belastbare Antworten, verlässliches Handeln und kalkulierbare Zahlen.

Als wichtigste Energieversorgerin in der Region ist sich Thurplus der besonderen Verantwortung bewusst und setzt sich ein für grösstmögliche Transparenz inmitten der komplexen internationalen, schweizweiten und kantonalen Lage.

Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich auf die Sachkompetenz und das Augenmass ihrer Energieversorgerin verlassen können. Und der Respekt vor der eingetretenen Situation verpflichtet Thurplus dazu, reale Handlungsspielräume «hüben wie drüben» zu benennen und zuweilen auch darzulegen, was sie nicht beeinflussen kann.

Massnahmen auf Bundesebene

Beim Bund laufen die Gespräche und Sondierungen für mögliche Abkommen mit den Nachbarstaaten, damit in einer Mangellage weiterhin Gas in die Schweiz gelangt. Erste Verhandlungen mit Deutschland haben im Juni 2022 stattgefunden.

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) prüft in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), wie der Aufbau von Gasspeicherkapazitäten in der Schweiz gefördert werden kann.

Ende August 2022 wird über den aktuellen Stand informiert. Aufgrund der aktuellen Versorgungslage und der Diskussion auch innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten betrachtet Thurplus diese Verhandlungsziele als sehr ambitiös.

Vorbereitungen auf eine mögliche Gas- oder Strommangellage

Gemäss einer Medienmitteilung des Bundes vom 29. Juni 2022 ist die Versorgung der Schweiz mit Strom und Erdgas derzeit sichergestellt. In enger Zusammenarbeit zwischen der Gasbranche und den zuständigen Bundesämtern wurde in den letzten Monaten ein Konzept zur Verbesserung der Situation erarbeitet.

Thurplus bezieht das Gas aus dem Regionalnetz der Erdgas Ostschweiz AG (EGO). Diese hat bereits Massnahmen eingeleitet und die «OpenEP» als Beschaffungsgesellschaft im Besitz der Ostschweizer Gasversorger mit der Umsetzung beauftragt.

Zur Finanzierung dieser Massnahmen wurde am Finanzmarkt eine Kreditlinie in beträchtlicher Höhe aufgenommen. Die voraussichtlichen Kosten sollen im August kommuniziert werden.

Kann Thurplus garantieren, dass in Frauenfeld kein Gas aus Russland geliefert wird?

Auf die geografische Herkunft des Gases hat Thurplus kaum einen Einfluss, da es für Gas kein internationales Herkunftsnachweissystem gibt. Thurplus kauft das Gas primär am Grosshandelsmarkt in Deutschland bei einer Vielzahl von Handelspartnern ein und importiert es in die Schweiz.

Zu diesem Einkauf hat sich Thurplus in der Ostschweiz mit fünf Gasversorgern zusammengeschlossen. Deutschland bezog im vergangenen Jahr noch rund 50 Prozent seines Gases aus Russland. Zusammen mit den umliegenden Staaten versucht die Schweiz, die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu reduzieren.

Das aufgrund bestehender Verträge an Thurplus gelieferte Gas wird in der Praxis vielfach zwischen den Handelspartnern hin und her gehandelt, sodass eine Zuordnung zu einzelnen Produzenten nicht möglich ist. Mit Beginn des Kriegs in der Ukraine hat Thurplus einen sofortigen Beschaffungsausschluss für alle russischen Händler veranlasst. Ausschliesslich das lokal produzierte Biogas kann eindeutig zugeordnet werden.

Alternative Gasbezugsquellen

Kunden, die sich für das Thurplus Produkt «BiogasPlus100» entscheiden, decken ihren Gasverbrauch zu 100 Prozent mit Biogas aus der Region. Dies ist im schweizerischen Herkunftsnachweissystem hinterlegt und wird buchhalterisch direkt der Verbraucherin oder dem Verbraucher zugeschrieben.

Je gefragter Biogas aus der Region ist, desto mehr kann der Bau einer zusätzlichen Biogasanlage forciert werden. Und desto unabhängiger, wenn auch in kleinen Schritten, wird man von Gasimporten.

Unterstützung der regionalen erneuerbaren Stromerzeugung

Mit dem Produkt «Thurplus SolarInvest» können sich Kunden direkt an dem Bau von Solaranlagen in Frauenfeld beteiligen. Ideal ist dies auch für Mieter, Stockwerkeigentümer und kleinere Unternehmen, die keine eigene Solaranlage auf ihrem Dach realisieren können.

Aktuell sind noch letzte Quadratmeter der gerade im Bau befindlichen Solaranlage auf dem Neubau des Athletics-Centers zu haben. Je grösser das Interesse an diesem Beteiligungsmodell ist, desto mehr Anlagen kann Thurplus realisieren, kleine Schritte auf dem Weg in eine vom Ausland unabhängigere Stromversorgung in Frauenfeld.

Ausblick auf die Gaspreisentwicklung

Die gestiegenen Marktpreise haben mit Sicherheit einen kostensteigernden Einfluss auf die zukünftigen Gaspreise von Thurplus. Eine Aussage über die Höhe der Preissteigerung lässt sich voraussichtlich Ende August nach der Kommunikation der Kostenfestlegung der Wintermassnahmen treffen.

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