Uzwil SG: Wassersparen bleibt nötig – Quellen erholen sich erst

Gemeinde Uzwil
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Uzwil SG hat die Badi vorzeitig geschlossen und bewässert kaum noch Grünflächen. Damit sich die Quellen erholen, braucht es aber weiterhin ergiebigen Regen.

Uzwil SG
Uzwil SG: Das Zentrum der Gemeinde Uzwil (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Die Schweizer Trinkwasserversorgung ist stark dezentral organisiert. Zu je 40 % stammt das Schweizer Trinkwasser aus Quellen und Grundwasser. 20 % werden aus Oberflächenwassern gewonnen.

Das Grundwasservorkommen in der Schweiz entspricht in etwa der Wassermenge des Bodensees.

Trinkwasser und Gemeindegrenzen

Ein Grossteil der Schweizer Wasserversorger sind Gemeindebetriebe. Wasser kennt jedoch keine Gemeindegrenzen. Deshalb sind die Versorgungen regional vernetzt und arbeiten eng zusammen.

Diese Zusammenarbeit ermöglicht gegenseitige Unterstützung und erhöht die Versorgungssicherheit.

Wer versorgt in Uzwil?

Die Technischen Betriebe Uzwil versorgen Niederuzwil, Uzwil und Algetshausen mit Trinkwasser. Die Wasserversorgung Henau versorgt Henau, «Stetten» versorgt Ober- und Niederstetten und der Stolzenberg wird durch die Wasserkorporation Oberuzwil versorgt. Gemeinsam sind diese vier Versorgungen zusammen mit den Wasserversorgungen von Schwarzenbach, Jonschwil und Oberbüren Teil des regionalen Wasserverbunds «Gruppenwasserversorgung Vogelsberg».

Unterstützt wird die Gruppenwasserversorgung Vogelsberg von der Billinger AG, welche für die Steuerung und das Wassermanagement im Versorgungsgebiet zuständig ist.

Der Weg des Wassers

Quellwasser wird gefasst, Grundwasser mit Pumpen gefördert. Über das Transportnetz gelangt das Trinkwasser in die Reservoire und wird von dort über das Leitungsnetz an Haushalte und Betriebe verteilt. Ein Teil des Wassers bleibt als Löschwasserreserve in den Reservoirs.

Regionaler Führungsstab Wil-Uze

In besonderen Lagen und bei ausserordentlichen Ereignissen tritt der Regionale Führungsstab Wil-Uze (RFS) in Aktion und unterstützt die beteiligten Gemeinden und Organisationen, beurteilt laufend die Lage und bereitet aus seiner Sicht geeignete Massnahmen vor. Er wird bei Bedarf durch die Regionale Bevölkerungsschutzkommission (BVS) aufgeboten. Die BVS bewertet die Einschätzungen und Vorschläge unter Einbezug lokaler Gegebenheiten und zuhanden der Entscheidungsgremien.

Für Uzwil heisst das:

Das Zusammenspiel von RFS, BVS und Gemeindeführungsstab sorgt dafür, dass der Gemeinderat in solchen Situationen darauf zurückgreifen kann, dass ihm ein lokales Lagebild zur Verfügung steht, dass Massnahmen und Ressourcen in Gemeinde und Region koordiniert werden. In der aktuellen Situation wurde der Regionale Führungsstab aktiviert, um die Lage laufend zu beurteilen, Handlungsempfehlungen abzugeben und die regionale Abstimmung zu gewährleisten.

Was hat die Gemeinde Uzwil bisher gemacht?

Im Rahmen ihres Kaskadenmodells verzichtet die Gemeinde weitgehend darauf, ihre grossflächigen Rasen-, Spiel- und Parkflächen zu bewässern. Nur die Sportrasen mit Sandaufbau in der Rüti werden stark reduziert bewässert, um finanziellen Schaden und lange Ausfallzeiten der Anlagen für den Sport zu vermeiden. Die Badi wurde vorzeitig geschlossen.

Die Regenwasserfassung des neuen Werkhofs wurde früher als geplant in Betrieb genommen, so kann die Gemeinde etwa Jungbäume bewässern, ohne Trinkwasser dafür einzusetzen. Die Arbeiten am Reservoir Sonnenberg wurden stark priorisiert, um möglichst rasch über zusätzliches Reservoirvolumen zu verfügen.

Etwa zwei Drittel des Wasserverbrauchs in Uzwil stammt von den privaten Haushaltungen

In Schweizer Haushalten werden durchschnittlich rund 140 Liter Trinkwasser pro Person und Tag verbraucht. Der grösste Anteil entfällt auf Duschen, Baden und die Toilettenspülung.

Hinzu kommen Wäschewaschen, Kochen, Reinigung und Gartenbewässerung.

Einfache Beiträge helfen

Schon einfache Verhaltensänderungen helfen: kürzer duschen, Wasser beim Einseifen und Zähneputzen abstellen, Wasch- und Geschirrspülmaschinen nur gefüllt laufen lassen, auf das Bewässern von Rasenflächen und das Autowaschen verzichten sowie private Schwimmbecken nicht neu befüllen.

Noch nicht bewältigt

Die Regenfälle der letzten Tage und die tieferen Temperaturen haben geholfen, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Damit sich die Quellen und Grundwasserfassungen erholen, braucht es während längerer Zeit ergiebige Niederschläge. Ob der Herbst sie bringt, wird sich weisen.

Die Gemeinde Uzwil orientiert sich bei drohender Wasserknappheit an einem fünfstufigen Kaskadenmodell: Je tiefer die verfügbaren Bestände sinken, desto weiter reichen die Massnahmen. Am Anfang stehen Information und freiwilliges Wassersparen. Reicht dies nicht aus, können nicht zwingend notwendige Nutzungen eingeschränkt werden.

Erst bei weiteren Verschärfungen kommen verbindliche Verbote infrage. Ziel ist stets, die Grundversorgung für Bevölkerung, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Gewerbe und Feuerwehr möglichst lange sicherzustellen.

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