Uzwil: Wasser sparen – Badi schliesst vorgezogen am Sonntag

    Gemeinde Uzwil
    Gemeinde Uzwil

    Flawil,

    Die Aufrufe zum Wassersparen haben nicht den erwünschten Nutzen erbracht. Nun geht die Gemeinde Uzwil mit gutem Beispiel voran und schliesst die Badi vorzeitig.

    Wasser Badi Becken leer
    Um ihren Wasserverbrauch zu reduzieren und damit zum Wassersparen beizutragen, schliesst die Uzwiler Badi in diesem Sommer zwei Wochen früher als usprünglich geplant. (Symbolbild) - Depositphotos

    Die Uzwiler Badi braucht für den sicheren und hygienisch einwandfreien Betrieb täglich zwischen 50'000 und 150'000 Liter Frischwasser. Sie gehört damit zu den Wasser-Grossverbrauchern in der Gemeinde.

    Uzwil schliesst seine Badi kommenden Sonntag, zwei Wochen früher als geplant. Die Gemeinde nimmt damit ihre Verantwortung wahr, den Wasserverbrauch zu reduzieren.

    Gruppenwasserversorgung Vogelsberg bereits beansprucht

    Die Trockenheit beschäftigt intensiv. Die Grundwasserstände sinken seit dem Frühjahr . Ohne länger anhaltenden, intensiven Regen können sie sich nicht erholen. Quellen sind versiegt.

    Die Trink- und Löschwasserversorgung in Uzwil und in der Region ist am Anschlag. Das vor allem auch, weil der Wasserverbrauch bei Hitze und Trockenheit deutlich höher ist als üblich.

    In einzelnen Wohnquartieren in Uzwil beispielsweise hat sich in den sommerlichen Hitzewellen der Wasserverbrauch gegenüber dem Normalverbrauch bis vervierfacht.

    Verbrauch steigt aktuell wieder an

    Die eigene Versorgung konnte den Bedarf teilweise nicht mehr decken und musste beispielsweise den regionalen Verbund «Gruppenwasserversorgung Vogelsberg» beanspruchen.

    Nach einem Rückgang des Verbrauchs in der Ferienzeit – Uzwiler brauchten Wasser andernorts – steigt der Verbrauch aktuell wieder an.

    Die Grundwassernutzung ist risikobehaftet, weil die unterirdischen Vorkommen nur abgeschätzt werden können. Die Situation ist angespannt, das ist offensichtlich.

    Aufrufe zum Wassersparen haben nicht den erwünschten Nutzen gebracht

    Für die Wasserversorger, für die Gemeinden und den Führungsstab sind solche Situationen Neuland. Mit welchen Massnahmen soll man wann reagieren?

    Die Aufrufe zum Wassersparen haben nicht den erwünschten Nutzen gebracht. Der traditionell regenarme Herbst steht erst noch bevor. Die Situation und der Blick in die Zukunft bereiten Sorgen.

    Die Gemeinde arbeitet deshalb in Abstimmung mit dem regionalen Führungsstab an einem Kaskadenmodell. Dabei ist sie in zweifacher Hinsicht gefordert.

    Schritt für Schritt im Kaskadenmodell

    Erstens gilt es, so wie für Private und Betriebe auch, die Eigenverantwortung wahrzunehmen. In dieser Rolle schliesst sie jetzt vorgezogen die Badi. Das spart Tag für Tag zwischen 50 und 150 Kubikmeter Frischwasser. Diese Menge entspricht etwa dem täglichen Bedarf von 1 000 Menschen.

    Ergibt sich keine Entspannung der Situation, werden weitere Einschränkungen bei Gemeinde-Anlagen nötig.

    Greifen auch diese Massnahmen nicht, kommt die zweite Rolle der Gemeinde, das hoheitliche Handeln: Letzte Möglichkeit werden am Ende der Kaskade einschneidende Verbote rund um den Wasserverbrauch sein.

    Ziel der Massnahmen in der Kaskade ist, genau das zu verhindern. Deshalb geht die Gemeinde jetzt auch mit den privaten Wasser-Grossverbrauchern in den Dialog. Und deshalb leistet die Gemeinde mit der Badi-Schliessung einen weiteren Beitrag.

    Fokus private Haushalte

    Rund zwei Drittel des Wasserverbrauchs in der Gemeinde stammt von den privaten Haushaltungen. Die Gemeinde appelliert deshalb erneut und eindringlich an die Bevölkerung, auf nicht notwendigen Wasserverbrauch zu verzichten.

    Wenn 14'000 Einwohner pro Tag auf ihren Verbrauch achten, beispielsweise für das kleine Geschäft konsequent die kleine Taste drücken, mit dem vollen Geschirrspüler statt von Hand abwaschen hilft das viel. Zehn Liter pro Person und Tag entlastet die Wasserversorgung um 140'000 Liter.

    Der Appell, aufs Auto waschen, Pool nachfüllen und Hausrasen bewässern zu verzichten, gilt weiterhin. Den viel grösseren Hebel als die Gemeinde mit ihrer Infrastruktur hat die Bevölkerung. Die tägliche Statistik der Wasserversorgung wird’s zeigen.

    Regionale Koordination

    Der Regionale Führungsstab beurteilt die Situation laufend und stimmt die Massnahmen unter den Gemeinden und Wasserversorgungen ab. Uzwil ist in diese Struktur eingebunden.

    Die vorzeitige Schliessung der Uzwiler Badi nach dem 16. August 2026 ist gemessen an den Herausforderungen, welche die Natur, die Betriebe und besonders auch die Landwirtschaft leisten müssen, verträglich.

    Und weil so abgesprochen: Das Freibad Oberuzwil bleibt offen. Es gilt die alte freund-nachbarschaftliche Regelung, dass ein Uzwiler Saisonabo nach dem Uzwiler Saison-Ende auch dort gilt.

    Kommentare

    User #6553 (nicht angemeldet)

    Das hier ist schlicht falsch: «Der traditionell regenarme Herbst steht erst noch bevor.» Gerade in der Ostschweiz ist der Herbst keineswegs generell regenarm. Im Gegenteil: Die Alpennordseite und insbesondere die Ostschweiz können im Herbst beträchtliche Niederschläge erhalten. Ganz allgemein hat die Schliessung der Badi zudem etwas Herrisches: «Ihr habt nicht genug Wasser gespart. Ihr habt nicht Folge geleistet. Also nehmen wir euch die Badi weg!» Das wirkt weniger wie eine sachlich begründete Massnahme als wie eine Erziehungslektion an die Bevölkerung.

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