Die Raiffeisenbanken in Luzern, Ob- und Nidwalden haben im vergangenen Geschäftsjahr den Gewinn um 1,7 Prozent gesteigert auf 17,1 Millionen Franken. Während das Zinsgeschäft harzig verlief, konnte der Regionalverband das Anlagegeschäft ausbauen, was sich allerdings auch auf der Ausgabenseite bemerkbar machte.
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Raiffeisens Notfallplan wird von Finma bemägelt. - Keystone

Der Geschäftsaufwand der 18 selbständigen Raiffeisenbanken des Regionalverbandes Luzern, Ob- und Nidwalden stieg um 3 Prozent auf 108,2 Millionen Franken, nachdem er in den vergangenen Jahren jeweils stabil war. Dies sei zum einen der Digitalisierung geschuldet, sagte Verbandspräsident Bruno Poli am Freitag an einer Medienkonferenz. Wenn Raiffeisen Schweiz im IT-Bereich Kosten generiere, werden diese auf die Regionalbanken abgewälzt.

Zum anderen seien die Personalkosten gestiegen, erklärte Poli. Der Personalbestand wuchs im Geschäftsjahr um 8 Mitarbeitende auf 646. Nötig sei dies, weil die Banken den Vorsorge- und Anlagebereich ausgebaut hätten.

Über das Resultat in diesem Geschäftsbereich zeigte sich Poli sehr erfreut: Der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft verbesserte sich um 23,9 Prozent auf 30,3 Millionen Franken.

Man habe über 8000 neue Wertschriftendepots eröffnet und das verwaltete Anlagevermögen um 23,5 Prozent gesteigert. Dazu habe auch die neue, reine digitale Anlagelösung beigetragen. In einer Zeit tiefer Zinsen und Zinsmargen sei es wichtig, ein zweites gutes Standbein zu haben, sagte Poli.

Zwar war das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von 144,3 Millionen Franken nach wie vor der Hauptposten in der Raiffeisenrechnung, allerdings war es im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.

Im Hypothekargeschäft konnten die Raiffeisenbanken ihren Marktanteil halten und das Volumen um 4 Prozent auf 13,5 Milliarden Franken steigern. Die Kunden vertrauten den Banken zudem auch mehr Geld an, die Einlagen stiegen um 6,4 Prozent auf 14,4 Milliarden Franken. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder wuchs um rund 2250 auf über 172'500 in einem Einzugsgebiet von 518'000 Einwohnern.

Die Forderungen gegenüber Kunden gingen leicht zurück, so seien bereits einige Covid-Kredite zurückbezahlt worden. Die Banken hätten keinen erhöhten Bedarf für Wertberichtigungen.

Für das laufende Jahr sei der Ausblick positiv. Mit den jüngsten Entwicklungen der Coronapandemie sei eine Aufbruchstimmung spürbar, was der ganzen Wirtschaft helfen werde. Auch bei der Zinsentwicklung könne man mit einem Anstieg rechnen, er hoffe aber, dass dieser nicht abrupt und stark ausfalle, sagte Poli.

Eine Prognose für den ganzen Raiffeisen-Regionalverband sei schwierig, da die Budgets bei den 18 Banken stark lokal abhängig seien. Man gehe aber von einem leicht zunehmendem Geschäftserfolg aus.

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