Schützenwesen im Wandel: Stadtarchiv öffnet digitale Tore
Begleitend zum Schützenfest vernetzt die Stadt Chur Geschichte und Moderne. Über das Portal Porta Cultura werden Dokumente von 1842 bis heute frei zugänglich.

Das Eidgenössische Schützenfest 2026 verbindet Tradition und Gegenwart, berichtet die Stadt Chur – und erhält mit dem Kulturportal Porta Cultura und dem Stadtarchiv eine besondere digitale Dimension.
Am Schützenfest vom 5. Juni bis 5. Juli macht das digitale Schaufenster der Bünder Kulturvielfalt – Porta Cultura – auf die reiche Geschichte früherer Schützenfeste in Chur aufmerksam und lädt Besucherinnen und Besucher ein, in die kulturellen Hintergründe einzutauchen.
Im Zentrum steht dabei eine sogenannte «Entdecker-Box», die im Besucherzentrum installiert ist. Sie ermöglicht einen interaktiven Zugang zum kulturellen Erbe rund um das Schützenwesen.
Archivalien aus dem Stadtarchiv
Über die Sinne Sehen, Hören und Tasten werden ausgewählte Inhalte aus vergangenen Festen vermittelt – von historischen Fotografien über Dokumente bis hin zu erzählten Geschichten. Ziel ist es, die digitale Plattform auf erlebbare Weise zugänglich zu machen und zur weiteren Erkundung anzuregen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch das Stadtarchiv Chur, das für Porta Cultura gezielt Archivalien zu den Eidgenössischen Schützenfesten in Chur aufbereitet hat. Über die Plattform sind diese Bestände einfach zugänglich und bieten einen vertieften Einblick in die historische Entwicklung des Anlasses.
Neben ausgewählten Dokumenten und Beschreibungen werden laufend weitere Inhalte erschlossen und digital verfügbar gemacht.
Trouvaillen von Reinhardt
Ein besonderer Fokus liegt auf dem umfangreichen Fotobestand von Johann Georg Reinhardt (1916–2000) aus dem Jahr 1949. Die 155 digitalisierten Aufnahmen des Eidgenössischen Schützenfestes, die vom Stadtarchiv Chur bereitgestellt wurden, zeigen eindrücklich die Vielfalt der damaligen Festtage – vom Armeetag über den Zürchertag bis hin zum Auslandschweizertag.
Umzüge, Begegnungen und Feierlichkeiten werden so lebendig dokumentiert und erlauben spannende Einblicke in die Festkultur vergangener Jahrzehnte. Der Bestand veranschaulicht zugleich, wie wichtig die systematische Sicherung und Digitalisierung historischer Quellen für die heutige Vermittlung ist.
Thematische Vertiefung
Ergänzt wird das Angebot im Besucherzentrum durch eine eigens für das Schützenfest aufbereitete Themenseite auf Porta Cultura, welche die Inhalte der «Entdecker-Box» vertieft und mit weiteren Objekten und Archivalien verknüpft.
Bereits heute sind auf der Plattform zahlreiche Beiträge zu früheren Eidgenössischen Schützenfesten in Chur abrufbar – etwa zu den Austragungen von 1842, 1949 und 1985.
Lebendiges Kulturportal
Porta Cultura versteht sich dabei nicht als reine Ausstellung, sondern als lebendiges Portal zum Bündner Kultur- und Spracherbe. Mit über 100 beteiligten Institutionen wächst der digitale Fundus stetig und macht historische Quellen für ein breites Publikum zugänglich.
Die enge Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Stadtarchiv Chur zeigt exemplarisch, wie sich lokales Wissen bündeln und nachhaltig vermitteln lässt. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich.










