Im Schneetreiben: Spektakel-Remis zwischen Wyler und Frutigen
Der FC Wyler und der FC Frutigen haben sich im Wyler-Park in Bern trotz Schneetreiben ein spektakuläres 3:3 in der 2. Liga regional geliefert.

Schnee-Chaos im Regionalfussball. Zwei von sechs Spielen der 2. Liga regional Gruppe 1 fallen dem Schneetreiben zum Opfer.
Eines der beiden verschobenen Spiele ist der Spitzenkampf zwischen dem FC Bern und dem FC Weissenstein, der Dritte hätte den Zweiten empfangen sollen. Darüber wollte der BärnerBär berichten.

«Der Schiedsrichter ging über das Hauptfeld und entschied, dass dieses nicht bespielbar ist», erklärt FC-Bern-Sportchef Philippe Eyer auf Nachfrage. Es wäre eine Schlammschlacht geworden. Der Naturrasen wäre zudem wohl über Wochen kaum bespielbar gewesen, hätte man angepfiffen.
Aber warum wich man nicht auf den Kunstrasen aus? Eyer sagt, laut Wetterprognosen verschiedener Apps sei so viel Schnee angekündigt gewesen, dass man darauf verzichtet habe. «Wir wollten die Gesundheit der Spieler nicht gefährden.»
Und plötzlich liegt Wyler 1:3 hinten
Anders entscheidet der Schiedsrichter knappe zwei Kilometer Luftlinie vom Neufeld. Das Spiel FC Wyler Bern gegen den FC Frutigen wird bei garstigen Bedingungen angepfiffen. Am Platzrand häuft sich der Schnee, der am Donnerstag und Freitag fiel.
Schneeregen trübt die Sicht. Und auf dem Kunstrasen dauert es eine Weile, bis sich die zwei Teams an den rutschigen Boden gewöhnt haben. Nach einer knappen Viertelstunde endet das Abtasten.
Doch es sind nicht etwa die Berner Oberländer, die zuerst Tritt finden, sondern die Gastgeber. Captain Rui Manuel Da Silva bringt das Heimteam nach etwas über 20 Minuten in Führung.
Das frühe Führungstor der Gastgeber ist ein Weckruf für Frutigen. Keine fünf Zeigerumdrehungen später gleichen die Gäste nach einem Freistoss aus dem Halbfeld aus. Frutigen-Flügel Jonas Elsener verwandelt die Hereingabe mit dem Innenrist.
Es ist ein munteres Hin-und-Her mit Chancen auf beiden Seiten. Doch es sind die Berner Oberländer die nach einem Doppelschlag von Eron Guri (34. und 36.) davonziehen.
Den Wyler-Anhängern bleibt kaum Zeit Trübsal zu blasen. Artian Kastratis erzielt per Freistoss den Anschlusstreffer (39.).
Kastrati neu bester Torschütze der Liga
Unterhaltsam bleibt das Spiel auch in Halbzeit 2. Offside-Tore, Pfostenknaller, ein paar hitzige Zweikämpfe – doch es fällt bloss noch ein Tor. Wiederum durch Artian Kastrati.
Damit hievt er sich in der Torschützen-Rangliste der 2. Liga Gruppe 1 vorerst auf den 1. Platz.

«Trotz gefühlter Minus-Temperaturen haben beide Teams gezeigt, dass sie Fussballspielen wollen und können», sagte Wyler-Trainer Miro Panic nach dem Spiel. Natürlich sei er am Schluss «all in» gegangen, sie wollten den Sieg. Aber nach diesem Kampf sei er auch mit dem Unentschieden zufrieden.
«Wir haben Charakter bewiesen, trotz Hudelwetter haben wir ein 1:3 aufgeholt», so Panic. Und dann zückt er das Handy und zeigt ein Foto des Fussballplatzes in Meiringen.
Dort hätte am Samstagnachmittag das Berner Oberländer Derby Meiringen vs. Interlaken steigen sollen. Daran war nicht zu denken. Der Platz versank im Tiefschnee.













