Kinder im Kanton Bern sollen Technik, Naturwissenschaft, Informatik und Mathematik spielerisch für sich entdecken können. Dazu tourt ein sogenanntes «MINT mobil» sechs Jahre durch die Lande.
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In vielen Schulen herrscht für die Kinder Maskenpflicht. - Keystone

In dem mobilen Zelt werden technische und naturwissenschaftliche Phänomene für Schulkinder der dritten bis sechsten Klasse erlebbar gemacht, wie die bernische Bildungsdirektion am Donnerstag mitteilte. Primär geht es darum, bei den Schülerinnen und Schülern Begeisterung für die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu wecken.

Sekundär erhofft sich der Kanton davon auch ein gesteigertes Interesse an handwerklichen und technischen Berufen. Gerade in diesen Berufen herrscht auch im Kanton Bern ein Fachkräftemangel.

«Neugierde, Begeisterung, Entdeckungslust sind den kleinen Kindern eigen. Bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit erlöschen diese aber bei vielen», erklärte Bildungsdirektorin Christine Häsler laut Mitteilung.

Die MINT-Fächer gelten bei vielen Jugendlichen als trocken, abstrakt und schwierig. «Der in diesem Bereich resultierende Fachkräftemangel betrifft viele Berufe und ist eine bildungspolitische Herausforderung», führte Häsler weiter aus.

Ausserdem müsse der digitale Wandel chancengerecht vorangetrieben werden, so eine weitere Forderung der Bildungsdirektorin. Häsler verwies auf dem Umstand, dass im Bereich Informatik nur zehn Prozent der Berufsabschlüsse von Frauen stammen, bei Berufen in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie seien es nur gerade fünf Prozent.

Das Berner «MINT mobil» basiert auf einem Luzerner Projekt, das seit mehreren Jahren mit Erfolg eingesetzt wird. In dem Forschungszelt können Schülerinnen und Schüler Grossexperimente und Exponate zu naturwissenschaftlichen Phänomenen erleben.

In sogenannten MINT-Boxen können Themen vertieft werden. So stellt unter anderem die ETH Lausanne ein Exponat zum Einsatz von Robotern auf dem Mars vor.

Der wichtigste Faktor für die spätere Berufswahl sei das Interesse, betonte Häsler. Daher sei es wichtig, gerade die jüngeren Kinder auf Primarstufe anzusprechen. Für jede angemeldete Schule sind fünf Präsenztage vorgesehen.

Für die Investitionen und den Betrieb während sechs Jahren fallen Kosten von rund 2,5 Millionen Franken an. Daran beteiligen sich auch die Wirtschaft und Sponsoren.

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