Seit Donnerstag ist am Berner Inselspital eine provisorische Station in Betrieb, um Verdachtsfälle auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu checke.
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Das Inselspital in Bern hat eine separate Abklärungsstation für Verdachtsfälle des Coronavirus installiert. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Berner Inselspital hat eine Abklärungsstation für Coronavirus-Verdachtsfälle eröffnet.
  • Erste Patienten wurden im Container-System bereits empfangen.

Ein jüngeres Paar kommt am Freitagvormittag die Strasse entlang Richtung Insel-Notfall. «Stop» prangt gross und deutlich auf einem Plakat noch weit vor dem Haupteingang. Hier werden «normale» Patienten von jenen, die sich potenziell mit dem Coronavirus angesteckt haben könnten, getrennt.

Freiluftwartezimmer und Sicherheitsscheibe

Das Paar geht nun durch einen mit Sperrgittern abgesicherten Bereich. Noch können die beiden schnurstracks passieren, doch die Sperrgitter deuten darauf hin, dass man am Inselspital durchaus auch mit einer längeren Warteschlange rechnet.

Die beiden gelangen zu einem Empfangskabäuschen in Form eines Bürocontainers. Der Schriftzug «COVID Triage» prangt daran. Unweit davon in einer Mauernische ein paar Stühle, das Freiluftwartezimmer sozusagen.

Hinter der Glasscheibe des Kabäuschens sitzt eine Frau, die ihre Atemwege mit einer Maske abgedeckt hat. Vor der Scheibe nestelt das Paar Ausweise hervor.

Die Frau im Kabäuschen nimmt Personalien auf, lässt sich durch die Scheibe die Ausweise zeigen, dann weist sie das Paar durch eine weit offene Schiebetüre in die bei diesen Temperaturen eher kühle Abklärungsstation.

Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum wird genommen

Eine warm angezogene Ärztin, auch sie selbstverständlich mit Schutzmaske und -kleidung, nimmt die beiden in Empfang, klärt Symptome ab, will wissen, ob die beiden in einem der Corona-Risikoländer waren oder mit Menschen von dort in Kontakt gekommen sind.

Besteht Bedarf nach weiteren Abklärungen, nimmt das ärztliche Personal einen Test vor. Dieser besteht aus einem Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum, der mit einem Wattestäbchen vorgenommen wird.

Der Test geht dann an eines von vier Laboren, die den Corona-Test auswerten können. Maximal 36 Stunden müssen die Patienten auf Antwort warten.

Nach dem ärztlichen Personal steht in der Abklärungsstation das Pflegepersonal bereit, das Masken und Medikamente aushändigt und beratend zur Seite steht. Nach jedem Patienten wird der Raum kräftig durchgelüftet.

Abklärungsstation befindet sich vor dem Notfalleingang

Andere Spitäler hätten sich Container mit einem separaten Lüftungssystem angeschafft, berichtete der Direktor der Notfallstation des Inselspitals, Aristomenis Exadaktylos. Am Inselspital habe man sich dagegen entschieden, weil man die Station mit der Schiebetüre wirkungsvoller entlüften könne. Nach jedem untersuchten Patient wird fünf Minuten kräftig durchgepustet.

Die Abklärungsstation vor dem Notfalleingang einzurichten, habe den Vorteil, dass der normale Notfall-Alltag ungehindert und ungefährdet vonstatten gehen könne, erklärte Exadaktylos. Er spricht von 150 bis 170 Patienten im normalen Notfallbetrieb - Herzinfarkte, Schlaganfälle, Knochenbrüche und dergleichen.

Durch eine Schleuse direkt in die Isolation

Für Patienten, bei denen ein schwerwiegender Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus besteht, stehen Isolationszimmer bereit. Auch von der Abklärungsstation wären es für einen solchen Patienten nur ein paar wenige Schritte bis zum Isolationszimmer.

Allerdings dürfte der Patient nicht durch den Haupteingang, sondern müsste durch eine Schleuse, die direkt zu den Isolationszimmern führt.

Das Paar, das gerade durchgecheckt wurde, muss nicht in die Isolation und kann nach Hause entlassen werden. Die Erleichterung ist ihnen anzusehen, trotz Schutzmasken. Nun wird fünf Minuten gelüftet, dann heisst es: «der Nächste, bitte!». Vor dem Einlass stehen zwei Frauen, die inzwischen eingetroffen sind.

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