Bern: Tierschützer kritisieren Sparpläne bei den Taubenschlägen
Der Gemeinderat der Stadt Bern will beim Taubenmanagement ab 2027 jährlich 81'254 Franken sparen. Tierschutzorganisationen kritisieren den geplanten Abbau.

Der Gemeinderat will beim Berner Taubenmanagement sparen. Der Verein Stadttauben Schweiz und Tier im Fokus (TIF) kritisieren den Abbau. Eine Interpellation verlangt jetzt eine Bilanz, was die Taubenschläge der Stadt einbringen.
Die Stadt Bern muss sparen. Das bekommen nun auch die Tauben zu spüren: Von 2027 bis 2030 will der Gemeinderat beim Taubenmanagement jährlich 81’254 Franken einsparen. Betroffen ist der Tierpark Bern, der die Stadttauben im Auftrag der Stadt in mehreren Schlägen betreut.
Er soll «Teile dieses Angebots» einstellen, wie es im Finanzplan des Gemeinderats heisst.
Der Verein Stadttauben Schweiz kritisiert diesen Abbau. «Betreute Taubenschläge sind das wirksamste Mittel, um die Zahl der Stadttauben tief und die Tiere gesund zu halten», sagt Nina Bachellerie, Präsidentin des Vereins.
Seit der Gemeinderat die Taubenkontrolle 2010 dem Tierpark Bern übertragen hat, ist die Population von über 10’000 Tieren auf rund 1’500 gesunken – betreut in acht Schlägen in der Altstadt und den Quartieren. Die Tiere werden jährlich geimpft und tierärztlich kontrolliert, ihr Kot fällt im Schlag an statt an Fassaden und Haltestellen: rechnerisch rund 85 Tonnen weniger pro Jahr. Das Berner Konzept gilt als «weltweit einzigartig», wie kürzlich im «Bund» zu lesen war – Städte aus ganz Europa lassen sich die Praxis erklären.
Interpellation verlangt eine Bilanz
Was das Taubenmanagement kostet, ist bekannt: rund 240’000 Franken pro Jahr (Stand 2022). Was es der Stadt erspart, hat der Gemeinderat hingegen nie beziffert. Tier im Fokus (TIF) hat deshalb die Interpellation «Was leistet das Berner Taubenmanagement für die Stadt?» im Berner Stadtrat eingereicht.
Sie verlangt Auskunft über die vermiedenen Reinigungs- und Instandsetzungskosten sowie über den Beitrag der Taubenschläge an den Gesundheitsschutz, den Tourismus und den Erhalt des UNESCO-Welterbes.
«Der Gemeinderat kennt die Kosten des Taubenmanagements, aber nicht seinen Nutzen», sagt Tobias Sennhauser, Stadtrat von Tier im Fokus (TIF). «Mit dem Abbau der Taubenschläge steigt das Risiko, dass die Verschmutzungen an den Fassaden wieder zunehmen.»
Der Stadtrat entscheidet in der Budgetdebatte vom 10. und 17. September über die Kürzung.






