Das Bundesamt für Strassen (Astra) sowie die Regierungen beider Basel informierten über das Ausführungsprojekt für die neue Autobahn durch Basel mit dem Rheintunnel. Knackpunkt des Bauprojekts mit anvisiertem Start im Jahr 2029 dürfte die Beschneidung des Freiraums Dreirosenmatte während und nach der Bauphase werden.

Die Tunnel sollen als redundante Hochleistungsverbindung für den Durchgangsverkehr die überlastete Autobahn-Osttangente entlasten und damit die Stadt sowie die Agglomeration vom Ausweichverkehr befreien, wie Astra-Direktor Jürg Röthlisberger an einer Informationsveranstaltung am Donnerstag sagte. Ziel sei, den Lokal- und Pendlerverkehr auf das Nationalstrassennetz, namentlich auf die Autobahnbrücke zurück zu führen.

Kernstück des Strassenbauprojekts sind zwei zweispurige Tunnelröhren von 3,6 respektive 3,8 Kilometern Länge. Sie sollen als parallele Autobahn zur heutigen A2 in Birsfelden beginnen, 18 Meter unter dem Flussgrund den Rhein unterqueren und im Basler Quartier Kleinhüningen wieder an die Oberfläche und über neue Rampen und Verbindungtunnels an das bestehende Autobahnennetz nach Deutschland und Frankreich führen.

Die diversen Anschlüsse an das bestehende Autobahnennetz bedingen weitere Grossbauten. So soll bei der Verzweigung Hagnau ein neuer Verbindungstunnel in Richtung Bern, Luzern und Zürich die heutige als «Bananenbrücke» bezeichnete oberirdische Verbindung ersetzen. Ausserdem soll der Autobahnabschnitt am Rand des Hardwaldes und des Birsfelder Quartiers Freuler auf 1250 Meter Länge eingehaust werden. An den Kosten dieser Einhausung wird sich der Kanton Baselland beteiligen.

Zu grossen Bauarbeiten wird es auch in der dicht besiedelten Umgebung beim Kleinbasler Kopf der Dreirosenbrücke kommen. Dort ist geplant, den Verkehr über die heute gesperrte Ausfahrt Klybeck von der Dreirosenanlage in den neuen Verbindungsast zum Rheintunnel zu führen. Die Rampe von der Brücke runter in den Tunnel soll eingehaust werden und dereinst als Boden für neue Freiraum-Nutzungen dienen.

Klar ist, dass der heute rege genutzte Freiraum- und Sportplatz durch die neue eingehauste Rampe beschnitten werden wird. Der Kanton Basel-Stadt hat einen Raumplaner hinzugezogen, der sich heute schon, also sieben Jahre vor Baubeginn, Gedanken über Kompensationsflächen machen soll - zum Beispiel an der Nordseite des Brückenkopfs.

Grosse Sorgen bereiteten den an der Infoveranstaltung anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Anwohnerschaft aber in erster Linie die Situation während der Bauzeit. Die neue Verbindung wird einen grossen Teil der Dreirosenanlage für zehn Jahre in eine Grossbaustelle verwandeln.

Die geplante Autobahn-Untertunnelung des Rheins in Basel dürfte mitsamt den diversen Anschluss-Tunnels und Einhausungen 2,36 Milliarden Franken kosten und frühestens 2040 in Betrieb gehen.

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