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    Baden: Abwehrhüne trainiert unter der Woche die Jüngsten

    HSG Baden-Endingen
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    Igor Čagalj ist Captain und Abwehrchef der HSG Baden-Endingen. Am Mittwoch trainiert der 2,01 Meter grosse Serbe in Endingen AG die U7, U9 und U11.

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    Igor Čagalj im Zentrum der Abwehr der HSG Baden-Endingen. - zVg

    Mit Igor Čagalj hat die HSG Baden-Endingen nicht nur einen kompromisslosen Abwehrchef und erfahrenen Captain gewonnen, sondern auch einen Menschen, der abseits des Spielfelds mit seiner ruhigen und herzlichen Art begeistert. Während sich die gegnerischen Angreifer am 2,01 Meter grossen Serben die Zähne ausbeissen, hat er die Herzen der jüngsten Handballerinnen und Handballer in Endingen längst erobert.

    Wer am Samstagabend gegen die HSG Baden-Endingen aufläuft, macht früher oder später Bekanntschaft mit Igor Čagalj. Und diese Begegnung dürfte nicht immer angenehm sein. 2,01 Meter gross, 120 Kilogramm schwer, ein markanter Bart und ein Blick, der wenig Zweifel daran lässt, wer hier das Sagen hat.

    Der serbische Kreisläufer ist eine imposante Erscheinung. Vor allem dann, wenn er im Zentrum der Abwehr steht und gegnerische Angreifer versucht sind, den direkten Weg zum Tor zu suchen. Hinter ihm wird selbst Torhüter Bachmann bisweilen zur Randfigur. Zumindest optisch.

    Mit der Verpflichtung des erfahrenen Serben von GC Amicitia Zürich hat Baden-Endingen auf diese Saison eine Lücke geschlossen, die in der vergangenen Spielzeit immer wieder schmerzhaft sichtbar geworden war. Čagalj bringt jene körperliche Präsenz, defensive Stabilität und kompromisslose Zweikampfstärke mit, die es im Kampf um Meisterschaftspunkte braucht. Wer sich gegen ihn durchsetzen will, muss einiges auf sich nehmen.

    Der Fels in der Abwehr und der verlängerte Arm des Trainers

    Dass Čagalj weit mehr ist als ein 120 Kilogramm schweres Hindernis, zeigt sich im Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten. Links und rechts von ihm verteidigen häufig Aufbauer Rohr und Flügelspieler Zuber. Die beiden schwärmen von der neuen Stabilität und sind überzeugt, dass die Abwehr mit dem Serben im Zentrum deutlich an Stärke, Sicherheit und Kompaktheit gewonnen hat.

    Čagalj strahlt Ruhe, Entschlossenheit und Siegermentalität aus. Er dirigiert, organisiert und geht dorthin, wo es wehtut. Seine Präsenz gibt den Mitspielern Sicherheit und überträgt sich auf die gesamte Mannschaft.

    Dass er bereits in seiner ersten Saison bei den Aargauern zum Captain ernannt wurde, ist deshalb kein Zufall.

    Der erfahrene Kreisläufer versteht dieses Amt nicht als Auszeichnung, sondern als Verpflichtung. Er gehört zu den Ersten, die im Training erscheinen, und zu den Letzten, die die Halle wieder verlassen. Für seine Mitspieler hat er stets ein offenes Ohr.

    Gleichzeitig bildet er das wichtige Bindeglied zwischen der Mannschaft und Trainer Aco Stević. Verantwortung übernehmen, vorangehen und sich in den Dienst des Teams stellen – für Čagalj gehört all das selbstverständlich dazu.

    Umso bemerkenswerter war seine Auszeichnung zum Best Player im Spiel gegen Fortitudo Gossau. Für einen Abwehrspezialisten, dessen Qualitäten weniger in spielerischer Eleganz als vielmehr in kompromissloser Zweikampfstärke und unermüdlichem Einsatz liegen, ist eine solche Ehrung alles andere als alltäglich. Čagalj freute sich entsprechend über die Anerkennung. Sie zeigt, dass bei Baden-Endingen nicht nur Tore und spektakuläre Angriffsaktionen zählen, sondern auch jene Spieler geschätzt werden, die im Hintergrund Schwerstarbeit verrichten.

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    Der 2,01 Meter grosse Kreisläufer im Zweikampf mit dem Gegner. - zVg
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    Als Captain dirigiert und organisiert Čagalj seine Mitspieler. - zVg
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    Körperliche Präsenz und Zweikampfstärke zeichnen den Serben aus. - zVg
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    Čagalj im Einsatz für die Aargauer in der Nationalliga B. - zVg
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    Im Nachwuchstraining in Endingen stehen Langbänke, Malstäbe und kleine Tore bereit. - zVg
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    Geduldig erklärt der Serbe den jüngsten Handballtalenten des TV Endingen eine Täuschung. - zVg
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    Bei der Einlauf-Show dürfen die Kinder ihren Trainer an der Hand ins Spielfeld begleiten. - zVg

    Wenn aus dem Abwehrhünen ein sanfter Kindertrainer wird

    Wer Igor Čagalj allerdings nur von den Nationalliga-Spielen kennt, erlebt lediglich eine Seite des Serben. Denn der Mann, der am Wochenende gegnerische Angriffe mit aller Konsequenz stoppt, zeigt sich unter der Woche von einer ganz anderen Seite.

    Mittwochnachmittag in Endingen. Statt körperbetonter Zweikämpfe stehen Langbänke, Malstäbe und kleine Handballtore im Mittelpunkt. Statt gestandener Nationalliga-Spieler warten auf Čagalj die jüngsten Handballtalente des TV Endingen. U7, U9 und U11 heissen seine Mannschaften.

    Und hier ist nicht der kompromisslose Abwehrchef gefragt, sondern ein geduldiger, aufmerksamer und liebevoller Trainer.

    Bevor es in die Halle geht, bringt der Vater einer zweijährigen Tochter zunächst sein kleines Mädchen in die Kita. Danach gehört seine ganze Aufmerksamkeit den Kindern auf dem Handballfeld.

    Für nichts ist sich der 2,01 Meter grosse Serbe zu schade. Er stellt Geräte auf, bindet offene Schuhbändel, erklärt geduldig eine Täuschung und bewundert auch einmal eine Zahnlücke, die ihm eines der Kinder voller Stolz präsentiert. Er nimmt die kleinen Sorgen und grossen Freuden seiner Schützlinge genauso ernst wie die taktischen Anweisungen im eigenen Training.

    Dabei braucht Čagalj weder eine laute Stimme noch grosse Gesten, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu gewinnen. Seine ruhige, sanfte Art und die natürliche Selbstverständlichkeit, mit der er sich auf Augenhöhe mit den Jüngsten begibt, machen ihn zu einer besonderen Erscheinung im Nachwuchstraining. Aus dem gefürchteten Abwehrhünen wird ein geduldiger Lehrmeister, der sich über jeden kleinen Fortschritt freut.

    Von kleinen Händen und einem grossen Vorbild

    Wie sehr die Kinder ihren neuen Trainer bereits ins Herz geschlossen haben, zeigt sich besonders an den Heimspielen der HSG Baden-Endingen. Wenn die Jüngsten bei der Einlauf-Show gemeinsam mit den Nationalliga-Spielern das Spielfeld betreten dürfen, ist die Begeisterung riesig. Und wenn sie dabei ausgerechnet ihren eigenen Trainer an der Hand halten dürfen, wird aus einem gewöhnlichen Samstagabend ein unvergessliches Erlebnis.

    Für die Kinder ist Igor Čagalj längst nicht mehr nur der riesige Mann, der ihnen am Mittwoch das Handballspielen beibringt. Er ist ihr Trainer, ihr Vorbild und gleichzeitig ein Spieler, dem sie am Wochenende von der Tribüne aus zujubeln können. Die Verbindung zwischen Nachwuchs- und Spitzenhandball bekommt durch ihn ein Gesicht – und ein ziemlich grosses dazu.

    Auch Čagalj scheint in seiner neuen Umgebung angekommen zu sein. Der Wechsel von GC Amicitia Zürich in den Aargau hat ihm nicht nur eine wichtige Rolle im Nationalliga-Team beschert, sondern auch eine Aufgabe, bei der andere Qualitäten zählen als Körpergrösse und Zweikampfstärke.

    So unterschiedlich seine beiden Handballwelten auch sein mögen, etwas verbindet sie: Čagalj nimmt seine Verantwortung ernst. Ob er als Captain seine Mitspieler durch eine schwierige Partie führt oder einem siebenjährigen Kind zum wiederholten Mal eine Täuschung erklärt – er ist mit derselben Aufmerksamkeit und Hingabe bei der Sache.

    Die HSG Baden-Endingen hat mit Igor Čagalj den dringend benötigten Abwehrchef gefunden. Und die jüngsten Handballerinnen und Handballer des TV Endingen haben einen Trainer gewonnen, den sie um keinen Preis mehr hergeben möchten.

    Für die gegnerischen Angreifer mag der grosse Serbe ein unangenehmer Zeitgenosse sein. Für die Kinder in Endingen ist er längst ihr sanfter Riese.

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