Wald (AR)

    Wald AR: Vom KUH-BAG zur Shampooflasche – so läuft das Recycling

    Gemeinde Wald AR
    Gemeinde Wald AR

    Appenzell,

    Eine Delegation aus Wald AR hat die Reise des gesammelten Kunststoffs von St. Gallen bis nach Rheinfelden verfolgt.

    Wald AR
    Das Gemeindehaus in Wald (AR) (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Was passiert eigentlich mit unserem Plastik, nachdem wir es in den KUH-BAG werfen?

    Diese Frage wurde uns anlässlich eines Weiterbildungsanlasses der A-Region ganz konkret beantwortet. Als Sekretärin der Technischen Kommission durfte ich gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Gemeinden die Reise des gesammelten Kunststoffs verfolgen – vom KUH-BAG aus unseren Haushalten bis hin zum fertigen Regranulat.

    Von St. Gallen nach Rheinfelden (D)

    Unsere Besichtigung begann bei der Firma Schläpfer Altmetall AG in St. Gallen. Hier werden die losen Säcke aus unseren Haushalten angeliefert und zu grossen, kompakten Ballen gepresst. Dadurch kann das Material platzsparend weitertransportiert werden.

    Anschliessend ging die Reise weiter ins deutsche Rheinfelden, 20 Kilometer vor Basel, direkt hinter dem Rhein. Dort befindet sich die Firma Vogt-Plastic GmbH, die auf die Aufbereitung und Wiederverwertung von gemischten Haushaltskunststoffen spezialisiert ist. Die gepressten Kunststoffballen werden dort angeliefert und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.

    Aus gemischtem Abfall werden wertvolle Rohstoffe

    Was danach passiert, ist beeindruckend: Die Ballen werden zunächst in grossen Schreddern zerkleinert. Aus den ursprünglichen Verpackungen entstehen kleine Kunststoffstücke, sogenannte Flakes.

    Anschliessend durchläuft das Material mehrere Sortier- und Reinigungsschritte. Verschiedene Trennverfahren, darunter magnetische und optische Sortiersysteme, erkennen und trennen unterschiedliche Materialien. Auch Getränkekartons wie Tetra Pak werden dabei aussortiert.

    Anschliessend findet eine Dichtetrennung statt und es werden verschiedene Kunststoffarten wie PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) und PS (Polystyrol) getrennt.

    Im nächsten Schritt werden die sortierten und gereinigten Kunststoffflocken erhitzt und es entstehen nachhaltige Regranulate, die in unterschiedlichen Anwendungsbereichen ein zweites Leben finden. So wird bei der Firma Vogt-Plastic aus Abfall wieder ein kostbarer Rohstoff. Aus den Regranulaten lassen sich neue Shampooflaschen, Giesskannen, Eimer, Vasen etc. herstellen. Ein KUH-BAG mit einem Gewicht von 1,5 Kilogramm ergibt ca. 840 Gramm Regranulat.

    Daraus können knapp 30 kleinere Shampooflaschen angefertigt werden.

    Richtig trennen lohnt sich

    Der Besuch hat uns eindrücklich gezeigt, wie viel Technik und Arbeit hinter dem Recycling von Kunststoff steckt. Aus den gemischten Haushaltskunststoffen können wieder hochwertige Rohstoffe gewonnen werden. Je besser wir bereits zuhause trennen und je weniger Fremdstoffe im KUH-BAG landen, desto besser funktioniert der gesamte Recyclingprozess.

    Ein herzliches Dankeschön gilt der A-Region für die Organisation und Durchführung dieses interessanten Weiterbildungstages, sowie den Firmen Schläpfer und Vogt-Plastic für die spannenden Einblicke in ihre Betriebe und die anschaulichen Erklärungen rund um Sammlung, Aufbereitung und Recycling von Kunststoff.

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