Die Tarnung des Bunkers ist gelichtet
Der alte Bunker aus den 1960er-Jahren in Vorderhaslen beherbergt heute ein Museum. Zur Sicherheit der Besucher wurde nun der Wald gelichtet.

Hinter dichtem Wald hat sich über Jahrzehnte in Vorderhaslen ein Bunker versteckt. Wie der Bezirk Schlatt-Haslen schreibt, war die Anlage bis 1994 streng geheim.
Mittlerweile ist das Relikt aus dem Kalten Krieg ein Museum und seine Tarnung lichtete sich: Forstarbeiter um Richi Sutter rückten den alten Bäumen zu Leibe – auch für die Sicherheit.
Anfang der 1960er-Jahre hat die Schweizer Armee unter strengster Geheimhaltung den Kommandobunker Kästlis gebaut. Bei einem Ernstfall wäre das Militär zur Verteidigung der Landesgrenze im Rheintal bis 1994 aus der unterirdischen Anlage befehligt worden.
Im 2018 kaufte der Bezirk Schlatt-Haslen den mittlerweile aufgegebenen Bunker. Heute ist er ein Museum, das vom Verein Festungsmuseum Heldsberg betrieben wird.
Sicherheit für Museumsbesucher
Auf Tarnung wird nun naturgemäss weniger Wert gelegt, jedoch nach wie vor auf den Erhalt der Gebäude und die Sicherheit – heute allerdings insbesondere für die der Museumsbesucher.
Der alte Wald kam im Lauf der Jahrzehnte immer dichter an die Bauten und drohte damit, an deren Substanz zu nagen. Im Auftrag des Bezirks wurden nun im Kästlis gut 70 Festmeter, also etwa 70 Kubikmeter reine Holzmasse, geerntet.
Dafür, dass die Arbeiten reibungslos abliefen, war Richi Sutter von der «Holzabbund Sutter GmbH» besorgt. Er und seine zwei Helfer gingen dabei unter anderem mit einem endlos drehbaren Teleskoplader zu Werk.
Eine Wahl, die ungewöhnlich ist. Mit Blick auf die beengten Platzverhältnisse und das steile Gelände erwies sich das Gerät jedoch als effektives Werkzeug – aber nicht nur: «Wir konnten so auch waldbodenschonend und sicher arbeiten», erklärte Sutter.
Holzernte wird zu Brenn- und Bauholz sowie abgebundenen Balken
Bis zu fünf Tonnen zirkelte der Teleskoplader um die Gebäude. «Wir bewegten uns immer nahe an Bauwerken», so der Unternehmer aus Haslen. Und weiter: «Alle grossen Bäume haben wir deshalb beim Fällen mit der Seilwinde gesichert, damit nichts am falschen Ort zu Boden geht.»
Sutters Firma ist Abnehmer für alles Holz, das der Schlag hergab. «Hauptsächlich ernteten wir Brennholz, nur etwa ein Drittel ist Nutzholz», sagt der Geschäftsführer.
Gut 20 Kubikmeter finden also ihren Weg durch die Sägerei von Richi Sutter im Bächli bei Hemberg und durch seine Abbundanlage in Gonten, wo sie zu Bauholz, respektive zu abgebundenen Balken werden.









