Für das Budget 2022 rechnet die Gemeinde mit einem Aufwandsüberschuss von 2.2 Millionen Franken.
Finanzen
Finanzen (Symbolbild). - Keystone

Die Gemeinde Muri bei Bern rechnet im Allgemeinen Haushalt für 2022 mit einem Aufwandüberschuss von 2.2 Millionen Franken, was gut einem halben Steueranlagezehntel entspricht. Dieses Defizit soll über die bestehenden Reserven finanziert werden.

Der Gemeinderat von Muri bei Bern hat das Budget 2022 zuhanden des Grossen Gemeinderates verabschiedet. Er hält an der bisherigen Steueranlage von 1.14 fest. Dank der hohen Reserven von zehn Steueranlagezehnteln – gebildet aus Ertragsüberschüssen aus den Vorjahren – kann das Minus ohne Veränderung der Steueranlage getragen werden.

Im Vergleich zum Budget 2021 ist der im kommenden Jahr erwartete Aufwandüberschuss um 1.7 Millionen Franken geringer. Der Hauptgrund liegt darin, dass die im letzten Jahr erwarteten Rückgänge im Steuerertrag wegen Corona doch nicht so hoch ausfallen sollten, wie damals angenommen.

Erhöhung der Leistungen an die kantonalen Finanz- und Lastenausgleiche erwartet

Auf der anderen Seite wurden auch leicht höhere Beträge beim Personal- und Sachaufwand in die Budgetierung aufgenommen. Ebenso wird für das kommende Jahr eine leichte Erhöhung der Leistungen an die kantonalen Finanz- und Lastenausgleiche erwartet.

Diese sind insgesamt mit 32.4 Millionen Franken budgetiert und entsprechen 65 Prozent der Gesamtsteuereinnahmen. Der Investitionsplan sieht für die Jahre 2021 bis 2026 Nettoinvestitionen von total 69.5 Millionen Franken (Vorjahr 73.3 Millionen Franken) vor, was einem jährlichen Durchschnitt von 11.6 Millionen Franken entspricht.

Die grossen Projekte betreffen die Sanierungen verschiedener Schulanlagen sowie des Gemeindehauses. Die Finanzplanung 2021 bis 2026 zeigt auf, dass bei gleichbleibender Steueranlage auch im Jahr 2023 noch eine Unterdeckung von 1.3 Millionen Franken (ein Drittel der Steueranlagezehntel) zu erwarten ist, während ab 2024 und den Folgejahren mit nahezu ausgeglichenen Ergebnissen im Finanzhaushalt gerechnet wird, weil sich dieser bis dahin von den Corona-Auswirkungen erholt haben sollte.

Muri bei Bern ist eine der steuerattraktivsten Gemeinden

Die Gemeinde Muri bei Bern wird sich also auch in Zukunft als eine der steuerattraktivsten Gemeinden des Kantons Bern auszeichnen können. Gemäss den Planungen werden in den kommenden Jahren die hohen anstehenden Investitionen die Schuldenentwicklung belasten.

Es besteht nach wie vor ein Zielkonflikt, dass mittelfristig (ohne die von den Corona-Auswirkungen geprägten Jahre 2021 bis 2023) genügend Mittel für einen ausgeglichenen Finanzhaushalt zur Verfügung stehen, jedoch die Schulden aufgrund der anstehenden grossen Sanierungsinvestitionen ansteigen.

Gemeinderat will die Attraktivität der Gemeinde wahren

Der Gemeinderat ist sich dieser Problematik bewusst, will aber an den geplanten Sanierungen festhalten. Er wird sich in den nächsten Jahren mit der Schuldensituation auseinandersetzen und weitergehende Lösungsansätze diskutieren. Der Gemeinderat will die Attraktivität der Gemeinde unter den verschiedenen Titeln wahren.

Die hohen Standards in den verschiedenen Bereichen sollen erhalten bleiben, soweit dies die finanziellen Möglichkeiten zulassen. Er wird weiterhin bei der Führung des Finanzhaushaltes grossen Wert auf Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit legen.

Mehr zum Thema:

Coronavirus Franken