Polarlichter: Heute Abend gibt es nochmal die Chance, sie zu sehen
Gestern sah man in der Schweiz Polarlichter rot und grün leuchten. Wer das Mega-Spektakel verschlafen hat, bekommt heute Abend nochmal eine Chance.

Das Wichtigste in Kürze
- Gestern leuchteten in vielen Regionen der Schweiz Polarlichter.
- Auch heute Abend stehen die Chancen intakt, sie wieder bestaunen zu können.
- Meteorologen erklären, wie die Mega-Polarlichter entstehen.
Rot und grün haben sie geleuchtet, so hell wie selten bei uns in der Schweiz: Die Polarlichter.
Entsprechend gross ist die Begeisterung darüber. Wer schon geschlafen hat, als sich das Mega-Naturspektakel ereignet hat, kann aufatmen.
Denn heute Abend gibt es nochmal eine Chance, die Lichter zu sehen: «Heute sind die Chancen immernoch intakt, wenn man nicht im Nebel sitzt», sagt SRF-Meteorologe Jan Eitel auf Radio SRF 3.
Die Mailbox von SRF-«Meteo» sei heute Morgen regelrecht von Polarlicht-Bildern geflutet worden, so Eitel. Insgesamt 695 Fotos seien aus der ganzen Schweiz an das Team gesendet worden.
Polarlichter oberhalb von 700 Meter am besten zu sehen
Der Nebel könnte aber auch heute Abend einigen Polarlichter-Beobachtern einen Strich durch die Rechnung machen.
«Nebelfrei werden alle Regionen des Mittellands oberhalb von 600 bis 700 Metern sein sowie alle anderen Regionen. Allgemein können Polarlichter oberhalb dieser 700 Meter am besten beobachtet werden.»
Das sagt Meteorologe Christoph Holstein vom Wetterdienst des Bundes Meteo Schweiz auf Anfrage von Nau.ch.

Und weiter: «Hohe Wolkenfelder können heute Nacht allenfalls in der Westschweiz etwas ausgedehnter sein. Ansonsten ist ausserhalb des Nebels mit einer klaren Nacht zu rechnen.»
Ob die Polarlichter dann wirklich zu sehen sind, wird sich zeigen. «Mittlerweile ist die Aktivität wieder zurückgegangen», sagt Holstein. Die Prognosetools des «Space Weather Prediction Centers» würden keine grosse Wahrscheinlichkeit für die Polarlicht-Sichtung voraussagen.
So entstehen die Polarlichter
Meteorologe Eitel erklärt im Radiobeitrag, wie die Polarlichter zustande kommen: Polarlichter entstehen bei einem sogenannten Sonnensturm. Dafür braucht es eine Eruption auf der Sonne.
Und am Sonntag gab es genau eine solche «starke Eruption», die einen heftigen Sonnensturm auslöste. Der dadurch entstandene Sonnensturm ist laut dem SRF-Meteorologen eigentlich eine Wolke von geladenen Teilchen.

Der Sonnenwind, also die entstandene Plasmawolke, wurde dadurch ins Weltall geschleudert. Eitel: «Der Sonnenwind war mit fast 1700 km/s unterwegs und ist innerhalb von 25 Stunden auf der Erde eingetroffen.» Normalerweise dauere es vier bis fünf Tage bis der Sonnenwind die Erde treffe.
Angeregte Moleküle sorgen für Farben-Spektakel
Anschliessend traf der Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde. Dadurch wurde dieser an den Süd- und Nordpol abgelenkt, wo er dann in die Atmosphäre eindringt.
Die geladenen Teilchen des Sonnenwindes regen anschliessend verschiedene Moleküle an. Diese angeregten Moleküle senden Licht aus, das wir dann als Polarlichter sehen.

Dass die Polarlichter so hell leuchteten, hänge mit der sehr hohen Geschwindigkeit des Sonnenwindes zusammen, sagt Eitel. «Die Moleküle wurden dadurch sehr stark angeregt.»
Je nachdem, in welcher Höhe sich die Moleküle befinden, leuchten sie in verschiedenen Farben. Leuchten sie grün, dann sind das gemäss Eitel Sauerstoffatome auf rund 100 Kilometern Höhe. Leuchten sie hingegen rot, sind es Sauerstoffmoleküle, die weiter oben sind als zwischen 200 und 400 Kilometern Höhe.








