SECO

    Wirte beklagen Pesonalmangel – Seco hat wenig Verständnis

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Die Gastronomie klagt nach den Öffnungsschritten über Personalmangel. Das Seco zeigt angesichts der Arbeitslosenquote von 9 Prozent wenig Verständnis.

    Restaurant Coronavirus
    Schweizer Restaurants dürfen seit dem 19. April die Terrassen wieder öffnen. Gäste kommen – wenn das Wetter mitspielt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Gastro-Branche klagt über einen Mangel an Personal.
    • Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat für diese Klagen wenig Verständnis.
    • Die Arbeitslosigkeit liegt in diesem Bereich bei rund neun Prozent.

    «Wir haben grosse Mühe, gute Fachkräfte zu finden», sagte der Präsident des Branchenverbands Gastrosuisse, Casimir Platzer, am Montag der Nachrichtenagentur AWP. Das Problem habe schon vor der Krise bestanden, habe sich nun aber eher noch akzentuiert.

    Ein Grund sei ein Mangel an Dynamik auf dem Stellenmarkt. So nutzten etwa Stadthotels, die nach wie vor nicht gut liefen, das Instrument der Kurzarbeit. «Diese Angestellten sind somit nicht auf dem Markt und nehmen keine Stellenwechsel vor», so Platzer. Zudem habe wohl der eine oder andere nach den vielen Lockdown-Monaten die Perspektive verloren und die Branche gewechselt.

    Arbeitslosigkeit im Gastro-Bereich bei neun Prozent

    Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), hat für die Klagen allerdings wenig Verständnis. Die Arbeitslosigkeit im Bereich Gastronomie sei nach wie vor überdurchschnittlich hoch. Sie habe im Mai bei rund 9 Prozent gelegen, rund 16'000 Personen aus dem Gastronomiesegment seien ohne Job gewesen.

    «Angesichts dieser Zahlen kann ich diese Klagen der Gastwirte nicht nachvollziehen», so Zürcher. «Es sollte eigentlich nicht wirklich schwierig sein, Personal zu rekrutieren.»

    Zürcher betonte ausserdem, dass die Gastronomie ein Hauptprofiteur der Kurzarbeit gewesen sei. «Eigentlich wurde dieses Instrument so intensiv eingesetzt, damit die Leute beim Anziehen der Konjunktur verfügbar sind.» Möglicherweise hätten Betriebe, die Leute entlassen haben, nun Probleme bei der Rekrutierung von neuem Personal. «Aber wer jetzt verzweifelt nach Arbeitskräften sucht, hat vermutlich vorher Fehler begangen.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    Coronavirus
    103 Interaktionen
    Lernende fehlen

    MEHR SECO

    staatssekretariat für wirtschaft seco
    50 Interaktionen
    Bern
    Helene Budliger Artieda
    43 Interaktionen
    Knall bei Parmelin
    seco
    60 Interaktionen
    Seco-Direktorin
    16 Interaktionen
    Zürich

    MEHR AUS STADT BERN

    3 Interaktionen
    Kritik am Bund
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern