VW sucht Weg aus der Kostenkrise mit neuem Sparplan
VW ringt um seinen Zukunftsplan. Werksschliessungen und Stellenabbau bleiben nach der Aufsichtsratssitzung offen.

Der VW-Aufsichtsrat hat sich am Donnerstag intensiv mit den Sparplänen des Konzerns beschäftigt. Konkrete Entscheidungen zu Einschnitten wurden jedoch nicht getroffen.
Wie die «Zeit» berichtet, stellte der Vorstand lediglich ein Massnahmenpaket mit zwölf Initiativen vor. Zudem präsentierte Konzernchef Oliver Blume das Zielbild des Unternehmens für das Jahr 2030.
Über mögliche Werksschliessungen und Stellenstreichungen soll erst nach der Sommerpause beraten werden. Das teilte der Konzern nach der Sitzung des Aufsichtsrats mit.
VW will Modelle und Varianten deutlich reduzieren
Die bislang sichtbarste Massnahme betrifft die künftige Modellpalette des Konzerns. Laut der «Welt» soll das Angebot bis 2030 um bis zu 50 Prozent schrumpfen.
Zusätzlich will VW die Zahl möglicher Ausstattungsvarianten deutlich reduzieren. Nach Angaben der «Welt» soll die Komplexität um bis zu 75 Prozent sinken.
Auch die Produktionskapazitäten sollen an die neue Nachfrage angepasst werden. Künftig plant VW mit rund neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr.
Diskussion über Werke und Stellen geht weiter
Offiziell äusserte sich der Konzern nicht zu möglichen Werksschliessungen in Deutschland. Dennoch halten sich die Spekulationen über weitreichende Einschnitte hartnäckig.
Der «Zeit» zufolge sollen die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm betroffen sein. Eine Bestätigung dieser Standorte durch Volkswagen liegt bislang nicht vor.
Laut dem «ORF» könnten weltweit bis zu 100'000 Stellen wegfallen. Das wären deutlich mehr Arbeitsplätze als bislang im Konzern geplant.
VW-Sparkurs sorgt für Konflikt mit Niedersachsen
Bereits Ende 2024 hatten Vorstand und Arbeitnehmervertreter einen Stellenabbau vereinbart. Dieser umfasst nach Angaben der «Welt» rund 35'000 Stellen in Deutschland.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sprach sich klar gegen Werksschliessungen aus. Wie die «Zeit» schreibt, seien Schliessungen keine Zukunftsstrategie für Volkswagen.

Das Land Niedersachsen hält rund 20 Prozent der Stimmrechte am Konzern. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern verfügt es über eine Mehrheit im Aufsichtsrat.
VW-Betriebsrat erhöht Druck auf Oliver Blume
Betriebsratschefin Daniela Cavallo forderte eine schnelle Stellungnahme des Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume. Dem «ORF» zufolge verlangt die Arbeitnehmerseite Klarheit über die Zukunft der Standorte.
Die Sitzung des Aufsichtsrats wurde von Protesten an zahlreichen Standorten begleitet. In Wolfsburg versammelten sich rund 500 Menschen zu einer Kundgebung.
Weitere Protestaktionen fanden unter anderem in Emden, Hannover und Zwickau statt. Die IG Metall kündigte bereits weiteren Widerstand gegen mögliche Einschnitte an.















