VW sucht nach mehr Geld – Beteiligungen im Fokus
VW prüft weitere Beteiligungsverkäufe und will damit zusätzliche finanzielle Mittel für den laufenden Konzernumbau mobilisieren.

Volkswagen setzt seinen bereits begonnenen Konzernumbau fort und sucht nach weiteren Einnahmequellen. Wie die «MobiFlip» berichtet, könnte sich der Konzern noch 2026 von einem grossen Teil der Ingenieurgesellschaft IAV trennen.
Auch Beteiligungen am Nutzfahrzeughersteller Traton stehen offenbar auf dem Prüfstand. Laut der «MobiFlip» will sich Volkswagen nach Informationen von «Bloomberg» von einigen Traton-Anteilen trennen.
Volkswagen ist an mehr als 2000 Unternehmen beteiligt. Verkäufe einzelner Beteiligungen könnten dem Konzern kurzfristig zusätzliche finanzielle Mittel verschaffen.
VW-Umbau: Konzern fordert härteren Kurs gegen China
Die möglichen Verkäufe stehen im Zusammenhang mit dem laufenden Umbau des Unternehmens. Dieser umfasst unter anderem Einsparungen, Veränderungen bei Werken und eine Reduzierung des Modellangebots.
Gleichzeitig steht Volkswagen vor einem schwierigen internationalen Wettbewerbsumfeld. Besonders die wachsende Konkurrenz chinesischer Hersteller beschäftigt den Konzern zunehmend.
VW fordert deshalb einen härteren europäischen Kurs gegenüber chinesischen Autoimporten. Wie das «Industriemagazin» berichtet, geht es dabei besonders um chinesische Plug-in-Hybride, deren Marktanteil in Europa deutlich gestiegen ist.
VW reagiert auf China-Druck
Chinesische Marken erreichten im ersten Halbjahr 2026 rund 28 Prozent des europäischen Marktes für Plug-in-Hybride. Über sämtliche Antriebsarten hinweg kamen sie laut dem «Industriemagazin» auf einen Marktanteil von rund 9,5 Prozent.
Für die europäische Autoindustrie geht es dabei auch um Lieferketten und Rohstoffe. Österreichische Zulieferer könnten durch mögliche Handelskonflikte ebenfalls bei Standorten, Beschäftigung und Lieferketten unter Druck geraten.
Parallel baut Volkswagen seine Versorgung mit wichtigen Batterierohstoffen aus. Der «HH-Autos» zufolge beginnt der Konzern 2026 mit der Abnahme von CO2-neutralem Lithiumhydroxid aus deutscher Förderung.
VW sichert sich deutsches Lithium für Batterien
Das Lithium stammt aus dem Oberrheingraben und wird mittels direkter Extraktion aus geothermischer Sole gewonnen. Es soll unter anderem für die Batteriezellproduktion der Volkswagen-Tochter PowerCo in Salzgitter eingesetzt werden.
Die entsprechende Vereinbarung zwischen Volkswagen und Vulcan Energie wurde bereits Ende 2021 geschlossen. Der Vertrag sieht eine zunächst fünfjährige Lieferung von Lithiumhydroxid in Batteriequalität vor.

Damit verfolgt Volkswagen gleichzeitig mehrere strategische Ziele. Dazu gehören die Absicherung von Rohstofflieferketten, die Verringerung geopolitischer Abhängigkeiten und der weitere Aufbau europäischer Batteriekapazitäten.
















