Gericht spricht Beschuldigte im Bondo-Prozess frei
Im Prozess zum Bergsturz von 2017 werden alle fünf Angeklagten freigesprochen. Das Gericht sieht keine klaren Warnzeichen für das Grossereignis.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Bondo-Prozess wurden alle fünf Beschuldigten freigesprochen.
- Auch FDP-Nationalrätin Anna Giacometti wurde nicht verurteilt.
- Das Gericht sah keine klaren Vorzeichen für den Bergsturz von 2017.
Im Bondo-Prozess hat das Regionalgericht Maloja am Freitag alle fünf Beschuldigten vom Vorwurf der mehrfachen fahrlässigen Tötung freigesprochen. Der Freispruch betrifft auch FDP-Nationalrätin Anna Giacometti.
Das Regionalgericht Maloja sah keine Beweise dafür, dass es in den Wochen vor dem grossen Bergsturz tatsächlich klare Anzeichen für ein absehbares Grossereignis gab.
Es kommt deshalb zum Schluss, dass es die Beschuldigten nicht fahrlässig unterlassen hatten, Massnahmen zu ergreifen – konkret die Sperrung der Wanderwege in der Gefahrenzone.
Acht Menschen starben beim Bergsturz
Beim Bergsturz im August 2017 verloren acht Menschen ihr Leben. Zu verantworten hatten sich im Prozess zwei Kantonsvertreter, ein externer Geologe sowie zwei Vertreter der Gemeinde Bregaglia – unter anderem die ehemalige Gemeindepräsidentin und heutige FDP-Nationalrätin Anna Giacometti.
Die Staatsanwaltschaft forderte für alle fünf Beschuldigte bedingte Geldstrafen.
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