US-Notenbank senkt zum dritten Mal in diesem Jahr den Leitzins

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    Die US-Notenbank Fed hat bereits zum dritten Mal in diesem Jahr den Leitzins heruntergeschraubt, fasst aber für die nähere Zukunft keinen weiteren Absenkungsschritt ins Auge.

    US-Notenbankchef Jerome Powell
    US-Notenbankchef Jerome Powell - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fed fasst aber vorerst keinen weiteren Reduzierungsschritt ins Auge .

    Der Zinsausschuss der Fed reduzierte die Rate am Mittwoch um einen weiteren Viertelpunkt, womit sie nun zwischen 1,5 und 1,75 Prozent liegt. «Wahrscheinlich» werde die jetzt vorgenommene Anpassung der Geldpolitik «angemessen» bleiben, sagte Notenbankchef Jerome Powell.

    Er machte damit deutlich, dass die Federal Reserve wohl zumindest für dieses Jahr keinen weiteren Zinssenkungsschritt anvisiert. Die jetzige Absenkung begründete Powell damit, dass so der US-Wirtschaft geholfen werden solle, sich gegen «fortdauernde» globale Risiken abzusichern und ihre Stärke zu bewahren. Powell nannte die Handelskonflikte sowie den Brexit als Faktoren, welche die Investitionen und die Produktion geschwächt hätten.

    Alles in allem habe sich die US-Wirtschaft aber als «resistent» gezeigt gegen «die Winde, die in diesem Jahr geblasen haben», sagte der Fed-Direktor bei einer Pressekonferenz. Auch sieht er positive Vorzeichen dafür, dass die Konjunkturrisiken aus dem Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie aus dem Brexit abnehmen.

    Wenn die zwischen Washington und Peking ausgehandelte Teileinigung unterzeichnet und in Kraft gesetzt werde, könnte dies die «Handelsspannungen und Ungewissheit reduzieren», sagte Powell. Auch habe anscheinend die Gefahr abgenommen, dass es zu einem ungeregelten EU-Austritt Grossbritanniens komme.

    Der Notenbankchef machte deutlich, dass die Fed nur dann eine weitere Zinssenkung vornehmen könnte, wenn deutliche Änderungen an ihrem derzeitigen Konjunkturausblick notwendig würden. Dann werde die Fed «entsprechend antworten», sagte Powell.

    Vor der jetzigen Absenkung hatte der Zinsausschuss der Fed die Rate bereits auf seinen beiden vorherigen Sitzungen Mitte September und Ende Juli um jeweils 0,25 Punkte gesenkt. Mit den Absenkungen reagierte das Gremium auf die Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums. Zinssenkungen sind das Instrument der Notenbanken, um die Konjunktur zu stimulieren.

    Kurz vor Bekanntgabe des jüngsten Zinsentscheids hatte das Handelsministerium in Washington am Mittwoch seine vorläufige Berechnung des US-Wachstums im dritten Quartal veröffentlicht. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liess demnach erneut leicht nach und lag zwischen Juli und September bei 1,9 Prozent, nach 2,0 Prozent im vorherigen Quartal.

    Das US-Wachstum ist damit aber weiterhin durchaus solide. Viele Wirtschaftsexperten hatten einen deutlicher stärkeren Abschwung befürchtet. Getragen wurde das Wachstum nach Angaben des Ministeriums durch eine Zunahme der Hausverkäufe und die weiterhin gute Kauflaune der US-Verbraucher.

    US-Präsident Donald Trump schreibt sich als Verdienst auf die Fahne, mit seiner Politik der Steuersenkungen und Deregulierungen die «grossartigste Wirtschaft der US-Geschichte» befördert zu haben. Allerdings hat er auch immer wieder der Fed vorgeworfen, durch zu hohe Zinsen das Wachstum zu hemmen. Powell bezeichnete er vor einigen Monaten sogar als «Feind». Den jüngsten Zinssenkungsschritt der Notenbank kommentierte Trump zunächst nicht.

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