Mehrere westliche Firmen nehmen ihren Betrieb in Russland trotz Ukraine-Krieg wieder auf. Grund sind befürchtete juristische Konsequenzen für ihre Mitarbeiter.
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Roboter von ABB arbeiten an der Karosserie von verschiedenen BMW-Modellen im BMW-Stammwerk. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Infolge des Ukraine-Kriegs zogen sich zahlreiche westliche Firmen aus Russland zurück.
  • Nun fürchten die Konzerne um juristische Konsequenzen für ihre Mitarbeiter.
  • Darum nehmen sie ihren Betrieb wieder auf – darunter auch die Schweizerische ABB.

Etliche westliche Firmen haben sich infolge des Ukraine-Kriegs aus Russland zurückgezogen. Das sorgt für Reaktionen: Russland droht unter anderem mit einer Verstaatlichung der Konzerne. Jetzt wollen mehrere Firmen ihre Produktion wieder ankurbeln, wie die SRF-Tagesschau am Donnerstag berichtete. Darunter der Schweizer Industriekonzern ABB.

Doch nicht nur die Verstaatlichung der Firma werde befürchtet. Der Konzernchef Björn Rosengren bei der Verkündung der Quartalszahlen: «Es gibt Bestellungen, zu denen wir rechtlich verpflichtet sind. Tun wir das nicht, gefährden wir unsere Mitarbeiter.»

Was bedeutet das genau? Der Osteuropa-Experte Michael Derrer erklärt in der Tagesschau: «Ich kann mir leider sehr gut vorstellen, dass Führungskräfte verhaftet werden.»

Denn es drohten zahlreiche Strafverfahren. Und: Satte 99,8 Prozent aller Strafverfahren mündeten in Russland in einer Verurteilung. «Die Gefahr ist wirklich sehr real», so Derrer.

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Der Osteuropa-Experte Michael Derrer äussert sich zur unternehmerischen Lage im Ukraine-Krieg. - Screenshot/SRF-Tagesschau

Möglicherweise der Plan der ABB: Bestellungen abarbeiten, und sich dann ganz aus dem russischen Markt zurückziehen. Anders geht es der deutsche Reifenhersteller Continental an. Auf Druck der russischen Behörden wird die Produktion wieder hochgefahren, nachdem sie zu Beginn des Ukraine-Kriegs eingestellt worden war.

Spuhler hält trotz Ukraine-Krieg an Werk von Stadler Rail in Belarus fest

Trotz Ukraine-Krieg hält Peter Spuhler an seinem Stadler-Rail-Werk in Belarus fest. Mitte März sagte der CEO: «Wir sind Unternehmer, nicht die Weltpolizei. Wir wollen auch nicht diejenigen sein, die aus dem Blauen heraus Sanktionen aussprechen.»Dafür gebe es internationale Organisationen wie Uno, Nato, EU oder OECD.

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