Stadt Zürich

Stadt Zürich fordert günstigen Wohnraum bei Aufzonungen

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Die Stadt Zürich hat am Mittwoch die revidierte Bau- und Zonenordnung (BZO) vorgestellt. Sie möchte damit Wachstum, Wohnraum und Klimaanpassung in Zukunft besser steuern. Ein Fokus liegt auf günstigen Wohnungen.

Die Stadt Zürich wächst. Die Vorschriften dafür hat die Stadt nun in der Bau- und Zonenordnung angepasst. (Archivbild)
Die Stadt Zürich wächst. Die Vorschriften dafür hat die Stadt nun in der Bau- und Zonenordnung angepasst. (Archivbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

«Zürich wächst und es leben immer mehr Menschen hier», sagte Stadtpräsidentin Corinne Mauch am Mittwoch an einer Medienkonferenz. Damit würden auch die Anforderungen an den städtischen Raum steigen.

Mit der Anpassung der BZO schaffe die Stadt die Grundlage für die zukünftige räumliche Entwicklung. Die BZO ist das zentrale Instrument der Stadtplanung. Sie legt verbindlich fest, wie gebaut werden darf und wie sich die Stadt langfristig entwickeln soll.

Im Zentrum der Revision stehe das Ziel, das weitere Wachstum der Stadt gezielt zu steuern und die hohe Lebensqualität zu sichern. «Es ist nicht einfach, so viele Interessen und Ziele unter einen Hut zu bringen», sagte André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartements. Dem Wachstum der Stadt solle mit einer sogenannten «Siedlungsentwicklung nach innen» begegnet werden. Zusätzliche Wohn- und Nutzflächen sollen innerhalb des bestehenden Stadtgebiets entstehen.

Ein wichtiges Instrument dafür seien gezielte Aufzonungen. In bestimmten Gebieten dürfe künftig dichter gebaut werden als bisher. Gleichzeitig werden neue Zonentypen eingeführt, um besser auf unterschiedliche Anforderungen reagieren zu können. Die Verdichtung soll jedoch «massvoll» erfolgen und so gestaltet sein, dass bestehende Qualitäten – etwa Grünräume oder das Stadtbild – erhalten bleiben.

Ein zentraler Punkt in der Revision ist der Wohnraum. Die Stadt verknüpft die Möglichkeit zur Verdichtung direkt mit wohnpolitischen Vorgaben: Bei Aufzonungen müssen künftig 75 Prozent des zusätzlich geschaffenen Bauvolumens für preisgünstigen Wohnraum genutzt werden. Damit will die Stadt sicherstellen, dass der durch Planungsentscheide entstehende Mehrwert nicht allein privaten Eigentümerinnen und Eigentümern zugute kommt, sondern auch der Bevölkerung in Form von erschwinglichem Wohnraum. Steigende Mieten sollen so gedämpft werden und soziale Durchmischung in den Quartieren erhalten bleiben.

Mittels einer Bagatellgrenze werde zudem festgelegt, dass die Verpflichtung erst ab einer bestimmten Projektgrösse greift. Kleinere Bauvorhaben oder geringfügige Erweiterungen seien demnach ausgenommen.

Ebenfalls besondere Bedeutung erhält in der Revision das Klima und der Freiraum. Künftig sollen Grün- und Freiräume besser gesichert und qualitativ aufgewertet werden, sagte Simone Brander, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements. Die Stadt reagiere damit auf Herausforderungen wie steigende Temperaturen und zunehmende Versiegelung.

Auch bei privaten Grundstücken würden strengere Anforderungen an die Begrünung gestellt werden. Ziel sei es, das Lokalklima zu verbessern, Hitzeinseln zu reduzieren und die Biodiversität zu fördern.

Berücksichtigt bei der Revision der BZO wurde auch die Qualität der Bebauung und das Ortsbild. So sieht die revidierte BZO Massnahmen vor, um städtebaulich sensible Bereiche gezielt zu schützen. Gleichzeitig sollen die Vorteile grösserer Arealüberbauungen stärker genutzt werden, etwa um qualitativ hochwertige und gut durchmischte Quartiere zu schaffen.

Ebenfalls zur BZO-Revision gehörte bestehende Vorschriften zu vereinfachen und zu modernisieren. Die BZO soll verständlicher und kohärenter werden, indem unterschiedliche Regelwerke besser aufeinander abgestimmt werden.

Mit der öffentlichen Auflage der revidierten Vorlage, die am Mittwoch, 18. März, startete und bis zum 1. Juni dauert, sei ein wichtiger Meilenstein der BZO geschafft, sagte Mauch.

Nun können Bevölkerung und Organisationen Stellungnahmen einreichen. Anschliessend wird die Vorlage überarbeitet und dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt. Aufgrund der Bedeutung der Revision dürfte am Ende auch die Stimmbevölkerung darüber entscheiden.

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Kommentare

User #4301 (nicht angemeldet)

Also meine 8 Wohnungen werden immer teurer und ich danke es den Grünen, die die Stadt beruhigen. Merci, ich wähle euch gerne.

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