UBS-Chef wehrt sich gegen Vorwürfe des zu aggressiven Lobbying
Die UBS wehrt sich gegen Vorwürfe, sie lobbyiere in der Kapitaldiskussion zu aggressiv. «Wir haben das Recht, uns in die Diskussion einzubringen», sagte Konzernchef Sergio Ermotti am Mittwoch an einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Bank habe «sehr starke Argumente», die man vorbringen wolle.

«Ausserdem haben wir zu viel Respekt vor dem Parlament, um Drohungen auszusprechen», betonte er. Man fokussiere sich auf das, was man beeinflussen könne und versuche die Fakten darzulegen. Und in Richtung Bundesrat sagte Ermotti: «Die Diskussion muss auf ein angebrachtes Niveau zurückfinden.»
Finanzministerin Karin Keller-Sutter hatte diese Woche in einem Interview mit dem «Blick» gesagt, sie höre von Parlamentariern, die fürchten, dass die UBS die Zuwendungen an ihre Partei reduzieren könnte. Ein so starkes Lobbying eines privaten Akteurs sei in der Schweiz eher unüblich, sagte die Bundesrätin. «Man kann unterschiedliche Meinungen haben. Es entspricht aber nicht dem gängigen Stil, dass man so dezidiert gegen unsere Institutionen antritt.»
Er werde derweil nicht öffentlich darüber sprechen, was die UBS als angemessen erachtet mit Blick auf das vorgeschlagene Regulierungspaket, sagte Ermotti. Die Bank hatte die Vorschläge des Bundesrats mehrfach als «extrem» bezeichnet. Vor allem die geplante vollständige Eigenkapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften ist ihr ein Dorn im Auge.
«Wir stimmen mit dem Bundesrat überein, dass Anpassungen gemacht werden sollten. Aber was heute auf dem Tisch liegt, ist zu viel und unverhältnismässig», sagte Ermotti einmal mehr. Dabei betonte er erneut, dass bei der Credit Suisse nicht die Ausgestaltung der Regulierung das Problem gewesen sei, sondern die Umsetzung und die Kommunikation.
Er werde derzeit auch nicht über mögliche Gegenmassnahmen spekulieren wie etwa einen Wegzug aus der Schweiz. Gleichzeitig verteidigte er aber auch Aussagen von Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher von Mitte April an der Generalversammlung. Dieser hatte gesagt, dass es die Pflicht der Bank sei, geeignete Optionen sorgfältig zu prüfen, um die negativen Folgen der Bundesratsvorschläge so weit wie möglich zu begrenzen.










