Die türkische Notenbank hat ihren Leitzins überraschend deutlich gesenkt. Die Währungshüter kappten den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag auf 16 von 18 Prozent.
türkische Lira
Eine überdimensionale Kopie einer 200er türkischen Lira-Banknote mit einem Foto des Türkei-Gründers Mustafa Kemal Ataturk schmückt eine Wechselstube in Istanbul. Foto: AP Photo/Lefteris Pitarakis - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die türkische Notenbank hat ihren Leitzins überraschend deutlich gesenkt.

Von Reuters befragte Ökonomen hatte nur mit einem Wert von 17,5 Prozent gerechnet. Der Spielraum für eine weitere Senkungen bis Jahresende sei begrenzt, erklärte die Notenbank. Inflationseffekte seien eher vorübergehend. Die Inflation war im September auf 19,6 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

«Die Zinssenkungspolitik der Zentralbank bei steigender Inflation und einer schwächelnden Währung wird beide Probleme wahrscheinlich noch verschärfen, indem sie die Kapitalflucht weiter antreibt und Investitionen abschreckt», schrieben die Analysten von Stratfor.

Die Unabhängigkeit der Notenbank war zuletzt eine der Hauptsorgen von Investoren. Staatschef Recep Tayyip Erdogan ist ein erklärter Zinsgegner und hat bereits die letzten drei Notenbank-Gouverneure aufgrund von Differenzen hinsichtlich der Geldpolitik vor die Tür gesetzt. Mitte März hatte er überraschend Notenbankchef Naci Agbal entlassen und durch Sahap Kavcioglu ersetzt - einen erklärten Gegner einer straffen Geldpolitik.

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