Toyota ersetzt Roboter mit Menschen

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    Deutschland,

    Der japanische Autobauer Toyota setzt vermehrt auf Menschen statt Roboter. Kein Einzelfall. Die Automatisierung dürfte trotzdem weitergehen.

    Arbeiter in einer Fabrik von Toyota. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Toyota hat die Automatisierung zurückgefahren.
    • Trotzdem dürften Roboter künftig mehr Arbeit übernehmen, glaubt der Experte.

    Digitalisierung, Automatisierung. Zwei Stichworte, mit denen Manager gerne um sich werfen. Arbeitnehmer kommen dabei ins Schwitzen. Immer mehr Jobs werden von Robotern und Computern übernommen. Der Mensch, so scheint es, wird abgeschafft.

    Diese Automatisierung fährt der Autobauer Toyota jetzt zurück. Wo früher Maschinen standen, sind jetzt wieder Menschen.

    So wird beim drittgrössten Autokonzern der Welt wieder vermehrt von Hand geschweisst. Etwa bei Blechplatten für den Geländewagen Land Cruiser. Die Nähte waren dem Fertigungschef zu dick, als sie noch Maschinen machten. «Allein der Verbrauch an Schweissdraht ist seitdem um zehn Prozent zurückgegangen», sagt Vizepräsident Mitsuru Kawai dem «Tagesspiegel».

    Trend in ganzer Branche

    Handarbeit sei die Basis für alles. «Wir setzen bei der weiteren Entwicklung unseres Unternehmens nicht auf Software oder Roboter, sondern immer nur auf unsere Mitarbeiter – auf ihre Fähigkeiten und guten Ideen», so Kawai.

    Toyota ist kein Einzelfall. «Man ist in den letzten zehn Jahren etwas von der Idee einer 100-prozentigen Automatisierung bei nahezu allen Herstellern wieder zurück gegangen», erklärt Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research in Duisburg (D) gegenüber Nau.

    Allerdings glaubt der Auto-Experte, dass die Automatisierung wieder zunehmen dürfte. «Daraus den Schluss zu ziehen, wir arbeiten morgen wie gestern, wäre fatal. Hoffentlich macht das Toyota nicht, sonst wäre es schade.»

    Heute sind Karosseriewerke und Lackierung fast komplett automatisiert. Handarbeit gibt es vor allem in der Montage und im Finish. Dudenhöffer erklärt: «Hier entstehen sicher gut 50 Prozent der Arbeitskosten der Produktion, Materialkosten ausgeschlossen.»

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