Tim Mälzer besucht die Universität St. Gallen
Tim Mälzer ist Gastronom, Autor, TV-Koch und für ein paar Tage nun auch «Artist in Residence» am Square an der Universität St. Gallen. Dort macht er, was er am besten kann: Sich mit anderen verbal und am Herd messen. Der «Kitchen-Impossible»-Promi als Gast an der Uni gehört zum Square-Konzept.

Man würde ihn nicht unbedingt mit der Universität St. Gallen in Verbindung bringen. Und doch ist Tim Mälzer vom 24. bis 26. März als «Artist in Residence» im Square zu Gast.
Auf die Frage, wie es zu dieser unorthodoxen Kombi kam, sagt Corinne Riedener, die verantwortlich für die Kommunikation am Square ist: «Tim Mälzer haben wir auf Wunsch von einigen unserer studentischen Mitarbeitern eingeladen. Sie kamen vor etwa anderthalb Jahren mit der Idee auf uns zu.»
Wie reagierte der aus «Kitchen Impossible» bekannte TV-Koch, Gastronom und Unternehmer auf die Einladung? «Ich weiss, dass er ziemlich schnell zusagte und sich offenbar auf den Aufenthalt in St. Gallen und die Uni-Umgebung freut», sagt Riedener. Das Engagement sei sehr unkompliziert über die Bühne gegangen.
Die Persönlichkeiten, die im Square zu Besuch kommen, sind gut ausgelastet: So werden sie einerseits in den universitären Unterricht eingebunden oder geben Kurse, andererseits halten sie öffentliche Veranstaltungen ab, die von jedem und jeder buchbar sind.
In Mälzers Fall waren auf der Webseite des Squares vier öffentliche Veranstaltungen ausgeschrieben: «Rethinking Antipasti: Können vegane Apero-Kreationen Sterne-Niveau erreichen?», das Streitgespräch «Kann man Unternehmertum lernen? Oder redet die Uni sich das nur ein?», «Human Library: Gespräche im kleinen Kreis mit Tim Mälzer» und «Grillen mit Mälzer».
Die Gespräche mit Tim Mälzer im kleinen Kreis waren schnell ausgebucht – fast seit Anbeginn weg. «In persönlichen Gesprächen gibt er Einblicke in seine Erfahrungen als Unternehmer, Koch, TV-Moderator und Autor», heisst es auf der Webseite zur Veranstaltung. Die Gespräche dauern jeweils 20 Minuten.
Wer sich angemeldet hat, dürfe als Verstärkung ein, zwei Begleitpersonen mitbringen, sagt Riedener. Die begehrten Slots sicherten sich unter anderem ein Studierender und zwei Mitarbeitende der Universität. Diese seien bereits aufgeregt. «Das geht in Richtung Fanboy und -girl. Manche können nicht mehr richtig schlafen.» Was die am Gespräch Teilnehmenden mit den Artists in Residence besprechen wollen, wissen diese nicht. «Die lassen sich darauf ein», sagt Corinne Riedener. Das sei auch bei Tim Mälzer so.
Die Idee zum Workshop rund um vegane Apero-Häppchen kam, laut Riedener, im Zusammenspiel mit dem «Vegan Club» der Uni auf. Da es im Square keine Industrieküche gebe, könne nicht warm gekocht werden. So habe man Alternativen gesucht und gefunden.
Sowieso entstehe das Programm als rollende Planung. Man schaue, was in das universitäre Curriculum passe, nehme Anregungen von Kulturleuten auf, sei im Austausch mit den Künstlern, Professorinnen und studentischen Clubs.
Bei «Grillen mit Mälzer» wird etwa auch der Schauspieler Romeo Meyer dabei sein. «Er hört sich unter den Gästen um, sammelt alle Fragen an Tim und fühlt ihm während des Grillens auf den Zahn», heisst es auf der Webseite. Damit, dass der Grill draussen stehe, habe man wiederum die Krux mit dem Kochen im Square umgehen können, sagt Riedener. «Ausserdem lassen wir uns die Gelegenheit natürlich nicht entgehen, Tim Mälzer eine Kinderfest-Bratwurst anzubieten.»
Das Streitgespräch wird Tim Mälzer mit Oliver Gassmann, Professor für Innovationsmanagement an der Universität St. Gallen, führen. Während Mälzer «Unternehmer durch und durch» sei, «mit Bauchgefühl gründe, mit Konsequenz führe und mit Ehrlichkeit scheitere», wird Gassmann als Analyst präsentiert, der untersucht hat, was Unternehmer erfolgreich macht.
Nun ist Tim Mälzer eher ein Freund des hemdsärmeligen Humors. «Geil» und «Scheisse» gehören zur Grundausstattung seiner Ausdrucksweise – jedenfalls im Fernsehen. Wie passt der Square-Gast ins Uni-Gefüge und in den kulturell ausgerichteten Square? «Wir pflegen einen offenen Kulturbegriff», so Corinne Riedener. «Wir wollten ihn explizit haben, weil er so ist, wie er ist. Wir finden, es ist auch unsere Rolle, den Laden etwas aufzumischen.»
Square bezeichnet sich selbst als Ort der Gemeinschaft, neuen Lernformen und des Austauschs an der Universität St. Gallen für alle. Der Raum lädt «Artists in Residence» und «Personalities in Residence» ein und bietet unterschiedliche Begegnungsformate.










