Deutschland: Lebenslang für Eltern von verhungertem Säugling

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    Wegen des Hungertods eines vier Monate alten Säuglings in Deutschland sind die Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

    Säugling
    Die wegen Mordes an einem Säugling angeklagte Mutter wird von einer Justizmitarbeiterin in den Gerichtssaal im Landgericht Itzehoe geführt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Deutschland wurden Eltern wegen Mordes an ihrem Säugling verurteilt.
    • Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Eltern den Tod billigend nahmen.
    • Im Prozess schilderten die Angeklagten ihre Überforderung mit dem Säugling.

    Das Landgericht Itzehoe wertete die Vernachlässigung als Mord in Tateinheit mit schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen.

    Der Fall lasse einen «fassungslos zurück», sagte der Vorsitzende Richter Johann Lohmann am Vormittag in seiner Urteilsbegründung.

    Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Eltern ihr Baby stark vernachlässigten. Am 26. September 2025 starb das Kind der 24-jährigen Angeklagten in ihrer Wohnung in Brunsbüttel im nördlichen Bundesland Schleswig-Holstein. Die Obduktion ergab damals Tod durch Verhungern.

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    Die wegen Mordes an einem Säugling angeklagten Eltern verbergen im Gerichtssaal im Landgericht Itzehoe ihre Gesichter. - keystone

    Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Mordes gefordert, weil sie das Mordmerkmal der Grausamkeit als erfüllt ansah. Die beiden Angeklagten sollen, den im Mai 2025 geborenen Säugling nicht ausreichend mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt haben.

    Die Eltern hätten willentlich in Kauf genommen, dass die Tochter nicht überlebe.

    Eltern überfordert

    Während des Prozesses hatten der Vater und die Mutter von ihren Schwierigkeiten im Umgang mit dem Baby berichtet. Die Eltern haben ausserdem Zwillinge, die damals drei Jahre alt waren. «Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass ich den Kindern nicht gerecht werde», sagte der Vater.

    Für den Monat des Todes des Kindes habe er jedoch bis zum Todestag keine Erinnerung mehr.

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    Der wegen Mordes an einem Säugling angeklagte Vater sitzt im Gerichtssaal im Landgericht Itzehoe. - keystone

    Dass das Kind Gewicht verlor, bemerkten die Eltern nach Angaben der Mutter etwa zwei Wochen vor dessen Tod. Ihre Überforderung habe sich etwa durch das Verpassen von Kinderarztterminen gezeigt.

    Drei Nebenverfahren hatte die Staatsanwaltschaft eingestellt. Sowohl bei einem Mitarbeiter des Jugendamtes als auch bei Bekannten der Eltern hatten sich keine Hinweise auf relevantes Fehlverhalten ergeben.

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