Stihl fordert Ende der 35-Stunden-Woche

Esada Kunic
Esada Kunic

Deutschland,

Nikolas Stihl verlangt längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich. Die 35-Stunden-Woche sei in der Krise kein Luxus mehr, den Deutschland sich leisten könne.

35 stunden woche stihl
Nikolas Stihl stellt die 35-Stunden-Woche infrage – und richtet seinen Appell direkt an die IG Metall. - keystone

Nikolas Stihl, Aufsichtsratschef des Forst- und Gartengeräteherstellers Stihl, mahnt rasche Tarifgespräche über eine längere Wochenarbeitszeit an. Er sagte: «In den guten Zeiten konnte sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten. Aktuell können wir das nicht mehr.»

Die Sozialpartner sollten sich ihrer Verantwortung bewusst werden, so der Unternehmer laut dem «Handelsblatt» weiter. Eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich würde die Arbeitskosten relativ schnell senken, argumentierte Stihl.

Findest du, dass Deutschland die 35-Stunden-Woche abschaffen sollte, um die Industriekrise zu bewältigen?

Er richtete seinen Appell dabei vor allem an die IG Metall, weil diese die Zugeständnisse letztlich machen müsse. Er mahnte, angesichts von fast 500'000 verlorenen Industriearbeitsplätzen müsse man nun alles tun, um die Blutung zu stoppen.

Debatte um die 35-Stunden-Woche neu entfacht

Mercedes-Chefaufseher Martin Brudermüller hatte zuvor im «Handelsblatt» die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche für dasselbe Gehalt angeregt. Die IG Metall hatte daraufhin bundesweit zu Protesten beim Autobauer aufgerufen.

Bei tarifgebundenen Unternehmen der Autoindustrie gilt die 35-Stunden-Woche als Standard – gesetzlich verpflichtend ist sie jedoch nicht. Die Tarifgespräche in der Metall- und Elektroindustrie beginnen im Herbst 2026, berichtet der «Tagesspiegel».

Stihl erwartet keine einfache Runde. «Die 35-Stunden-Woche wurde mit heftigen Geburtsschmerzen einmal vereinbart. Und wenn man das Ganze zurückdrehen will, wird der Verlustschmerz sehr gross», sagte er.

Scharfe Kritik an IG-Metall-Zentrale

Stihl übte Kritik an der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt, wie der «Tagesspiegel» schreibt. «Dort scheinen die Positionen sehr eingefahren und stark von ideologischen Überzeugungen geprägt zu sein.»

industrie 35 stunden woche
Fast 500'000 verlorene Industriejobs: Stihl fordert längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich und macht die 35-Stunden-Woche zum Streitthema. (Symbolbild) - keystone

Basisbezogene Gewerkschafter würden die wirtschaftliche Lage dagegen besser verstehen, so Stihl.

Laut dem «Jux» fiel die Industriebeschäftigung 2025 auf ein Zehnjahrestief, so eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Die IG Metall lehnt eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche strikt ab und hatte bereits gegen ähnliche Vorstösse protestiert.

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Kommentare

User #2638 (nicht angemeldet)

ich wil den sehen wen er den laden plözlich alleine schmeissen mus und ich meine nicht die e mails beantworten. aber gut zu wisen das da so ein cheff sitzt werde von der dirma nix mehr kaufen.

User #9149 (nicht angemeldet)

Eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich würde die Arbeitskosten relativ schnell senken, argumentierte Stihl.... Wow, der Typ ist so schlau. Hat er eine Uni besucht oder ist er von Natur aus so schlau? Solche Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen ist eine absolute höchstleistung die wohl kaum jemand in seiner fabrik verstehen kann

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