Spritpreise an der Tankstelle – ADAC fordert neue Regeln
Der ADAC fordert das Ende der 12-Uhr-Regel an Tankstellen in Deutschland. Die Spritpreise seien dadurch nicht gesunken, sondern schwankten stärker.

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland die Preise nur um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen sind jederzeit möglich, berichtet die «Tagesschau».
Der ADAC zieht inzwischen eine kritische Bilanz und fordert die vollständige Abschaffung der Regel. Nach Angaben des Automobilclubs sind die Preise dadurch nicht gesunken, während die Unterschiede innerhalb eines Tages deutlich grösser geworden seien.
Die Zahl der täglichen Preisänderungen ist seit April deutlich zurückgegangen. Wie der «SWR» schreibt, änderten Tankstellen ihre Preise durchschnittlich noch achtmal täglich, verglichen mit 22 Änderungen vor der Einführung.
Grössere Preisspanne trotz besserer Planbarkeit
Gleichzeitig habe sich die Preisspanne über den Tag vergrössert. Für Diesel lag der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Tagespreis im September laut ADAC bei 17 Cent je Liter.
Für Autofahrer bedeutet das eine besser vorhersehbare Preisentwicklung im Tagesverlauf. Nach Einschätzung der SWR-Wirtschaftsredaktion steigt der Preis um 12 Uhr zunächst deutlich und sinkt anschliessend wieder bis zum nächsten Vormittag.
Auch das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung bewertet die Auswirkungen kritisch. Laut der «ZDFheute» führte die einmalige Preiserhöhung dazu, dass die Preise mittags und abends systematisch höher lagen.
Günstige Tankzeiten liegen für viele ungünstig
Am Morgen lagen die Preise demnach tendenziell unter dem Tagesdurchschnitt. Vor der Einführung konnten Verbraucher laut ZEW über den Tag hinweg mehrere Gelegenheiten für einen günstigeren Tankvorgang nutzen.
Auch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung bewertete die Regelung negativ. Die günstigeren Preise am späten Vormittag sind zudem für viele Berufstätige schwer erreichbar.
Der Bundesrat will sich am Freitag mit einer möglichen Abschaffung der 12-Uhr-Regel beschäftigen. Das berichtet der «SWR» mit Stand vom 23. September 2026.
ADAC sieht weitere Entlastungsmöglichkeiten
Der ADAC verweist auf weitere Massnahmen zur Entlastung der Autofahrer. Dazu zählt eine befristete Senkung der Energiesteuer.
Laut der «ZDFheute» hält der Automobilclub diesen Schritt derzeit für umsetzbar. Auch einen geplanten Spritpreisdeckel will der ADAC konstruktiv begleiten.

Ein staatlicher Höchstpreis könne kurzfristig vor extremen Preisspitzen schützen. Dauerhaft niedrigere Preise garantiere ein solcher Deckel jedoch nicht.












