Franken

SNB bleibt bei Null - Weniger Sorgen um Franken

Keystone-SDA
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Zürich,

Mit «spektakulär unspektakulär» lässt sich die diesmalige Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beschreiben. Die obersten Währungshüter halten an ihrer Nullzins-Politik fest, und selbst bei den Devisenmarktinterventionen scheint der Druck etwas raus.

Schweizerische Nationalbank
Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins bei null Prozent. - keystone

Der Leitzins bleibt bei 0,00 Prozent. Damit setzt die SNB ihre Nullzins-Politik weiter fort. Auf das aktuelle Niveau hatten die Währungshüter den Zinssatz vor einem Jahr gesenkt. Damit erachtet die Nationalbank ihre Geldpolitik als angemessen, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten – also innerhalb des von ihr gesetzten Bandes zwischen 0,0 und 2,0 Prozent.

Erneut hat die SNB eine minimale Anpassung mit Blick auf ihre Eingriffe am Devisenmarkt vorgenommen. Erst im März hatte sie mit dem Ausbruch des Iran-Krieges ihre Wortwahl angepasst. Seinerzeit steigerte sie sich von Devisenmarktinterventionen bei Bedarf auf eine erhöhte Bereitschaft zu solchen Eingriffen. In der aktuellen Lagebeurteilung nun ist das «bei Bedarf» als Zusatz zur «erhöhten Bereitschaft» zurückgekehrt. Eine genaue Erklärung gab SNB-Präsident Martin Schlegel auch dieses Mal nicht. Allerdings hob er hervor, dass die Zinsen in den grossen Währungsräumen zuletzt gestiegen seien, weil die Märkte aufgrund der höheren Inflation dort eine straffere Geldpolitik erwarten. «Mit der Ausweitung der Zinsdifferenzen zum Ausland hat der Franken etwas an Wert verloren», sagte Schlegel im Gespräch mit Journalisten.

Für Sophie Altermatt von Julius Bär deutet diese neue Formulierung darauf hin, dass die Sorge um die Stärke des Schweizer Frankens derzeit etwas weniger akut ist als noch im März bei der letzten Lagebeurteilung. Ähnlich klingt es von der ZKB. Chefökonom David Marmet sieht zwei Gründe für diese Änderung. Erstens habe sich die Zinsdifferenz zur Eurozone ausgeweitet, da die Europäische Zentralbank den Leitzins Anfang Juni um 25 Basispunkte angehoben hat. Zweitens sei die Inflation angestiegen. «Bei diesen leicht steigenden Inflationsraten ist ein anhaltend starker Schweizer Franken geldpolitisch nicht unerwünscht, da er die importierte Inflation dämpft.»

Hierzu sagte der SNB-Chef: «Die Inflation ist seit Februar zwar klar gestiegen, im internationalen Vergleich ist sie aber immer noch tief und liegt im Bereich der Preisstabilität.» Allerdings bleibe die Unsicherheit bezüglich der Inflations- und Wirtschaftsentwicklung auch weiterhin hoch. Der Anstieg der Teuerung sei hauptsächlich auf höhere Preise für Erdölprodukte zurückzuführen gewesen. «Die anderen Waren und Dienstleistungen trugen kaum zum Anstieg der Teuerung bei», so der oberste Währungshüter weiter. Laut Schlegel dürfte die Teuerung zwar in den nächsten Quartalen zunächst noch leicht zunehmen. «In der ersten Jahreshälfte 2027 dürfte sie dann aber wieder etwas zurückgehen.» Dieser Rückgang sei darauf zurückzuführen, dass die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise mit der Zeit nachlassen dürften.

Das Wirtschaftswachstum in der Schweiz wird auch weiterhin stark durch die Entwicklung im Ausland geprägt sein. Allerdings habe sich die hiesige Wirtschaftsentwicklung trotz Iran-Krieges vergleichsweise widerstandsfähig gezeigt, betont die Nationalbank. Und auch die aktuellen Indikatoren deuten auf eine solide Wirtschaftsdynamik hin. Konkret erwartet die SNB im laufenden Jahr ein BIP-Wachstum von rund 1 Prozent und für 2027 von rund 1,5 Prozent.

Am plakativsten beschreibt es Claude Maurer vom BAK Economics: «Ein Meeting wie ein Fussballspiel, dass 0:0 endet.» David Marmet von der ZKB reibt sich etwas an der «etwas gewundenen» neuen Formulierung zu den Devisenmarktinterventionen.

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